Mittwoch, 27. September 2017

Nach Rückgang wieder 1.100 Flüchtlinge gerettet

Nach einem drastischen Rückgang der Zahl der in Italien ankommenden Migranten sind innerhalb eines Tages wieder mehr als Tausend Menschen aus Seenot gerettet worden.

Foto: © APA/AFP

Am Dienstag seien „insgesamt 1.105 Migranten von italienischen und europäischen Schiffen im Mittelmeer gerettet worden“, so der Sprecher der Internationalen Organisation für Migration (IOM), Flavio Di Giacomo, am Mittwoch auf Twitter.

In den vergangenen Wochen und Monaten war die Zahl der Geretteten und nach Italien gebrachten Migranten deutlich zurückgegangen. Bis Montag zählte das Innenministerium in Rom 4.324 Menschen, die im September an italienischen Häfen an Land gebracht worden waren. Im August waren es noch weniger (rund 3.900).

Die Regierung in Rom hatte ihre Bemühungen, Migranten von der Flucht nach Europa abzuhalten, verstärkt, seit im Mai (fast 23.000) und Juni (rund 23.500) besonders viele im Mittelmeer Gerettete in Italien ankamen. Die italienische Marine unterstützt die libysche Küstenwache bei der Kontrolle ihrer Hoheitsgewässer und im Kampf gegen Menschenhändler, die die Menschen gegen viel Geld auf seeuntaugliche Boote in Richtung Europa setzen.

Wegen Sicherheitsbedenken hatten mehrere Hilfsorganisationen zeitweise Rettungsmissionen in den Gewässern vor Libyen ausgesetzt. Die deutsche NGO Lifeline sei am Dienstag während eines Einsatzes von libyschen Küstenwächtern bedrängt worden, Gerettete auszuhändigen, sagte Sprecher Axel Steier am Mittwoch. „Sie gaben einen Warnschuss ab.“

Zwei Beamte seien an Bord des Rettungsschiffs gekommen. Lifeline befand sich nach eigenen Angaben in internationalen Gewässern und habe sich geweigert, die Migranten zu übergeben, weil das einer „Verletzung der Menschenrechte“ gleichgekommen wäre, sagte Steier. Hilfs- und Menschenrechtsorganisationen warnen, dass Migranten in Libyen menschenunwürdigen Zuständen sowie Gewalt, Ausbeutung und Folter ausgesetzt sind.

apa/dpa

stol