Donnerstag, 14. September 2017

"Nein zu Kulturhauptstadt Italiens, Meran ist die alte Hauptstadt Tirols"

Die Süd-Tiroler Freiheit Meran spricht sich entschieden gegen die Bewerbung der Stadt Meran als Kulturhauptstadt Italiens aus.

Statue der Kaiserin Sissi
Badge Local
Statue der Kaiserin Sissi

Wer Meran als italienische Kulturhauptstadt vermarkten will, setzt das friedliche Zusammenleben in Meran aufs Spiel. Gerade die großen Polemiken um des Bewerbungsschreiben in den letzten Tagen stellt einmal mehr unter Beweis, welche Belastung eine solche Bewerbung für das Zusammenleben der Sprachgruppen in Meran darstellt. Sogar die Auflösung der Regierungskoalition stand im Raum. Die tollpatschige und unsensible Vorgangsweise der grünen Teile der Meraner Stadtregierung haben das ihrige dazu beigetragen. 

Meran ist nicht Italien

Die Stadtgemeinde Meran erfüllt von ihrer Geschichte her schon nicht die Voraussetzungen als Kulturhauptstadt Italiens. Meran ist vielmehr die alte Hauptstadt der Gefürsteten Grafschaft Tirols. Die Bevölkerung hat wenig von einer solchen Bewerbung. Zusätzlich stößt man die deutschsprachige Bevölkerung mit den irritierenden Namen "Kulturhauptstadt Italiens" vor den Kopf, argumentiert die Meraner Ortsgruppe der Bewegung Süd-Tiroler Freiheit.

Polemiken überschatten Bewerbung

Die Bewerbung Meran als Kulturhauptstadt Italiens 2020 löst schon vor dem offiziellen Start große Polemiken aus. Vor allem die verzerrten und beleidigenden Aussagen gegenüber der deutschsprachigen Bevölkerung Merans sind auf großes Unverständnis gestoßen. Damit wird genau der gegenteilige Zweck erreicht. Die Bewerbung an sich und das Bewerbungsschreiben sind ein Spaltpilz für das Zusammenleben.

Sogenannte "Kulturschaffende" bezeichnen deutschsprachige Süd-Tiroler als  rückwärtsgewandte "Tschöggl" 

Das Sahnehäubchen aber lieferte der Antragsteller Vizebürgermeister Rossi selbst in dem Entwurf des Bewerbungsschreiben, verfasst von 50 Kulturschaffenden, deutscher und italienischer Muttersprache. Darin wird die deutschsprachige Bevölkerung als engstirnig bezeichnet und der sogenannten „Disagio“ der Italiener im Lande wird groß inszeniert. Jene würden immer zu kurz kommen und der Grund und Boden sowie Hotels und Unternehmen liegen in deutscher Hand. Was den Italiener nur noch die Möglichkeit lässt ein Angestelltenverhältnis einzugehen. In anderen Passagen heißt es wiederum der Faschismus sei gut für den Tourismus oder das die Italiener die Sümpfe im Etschtal trockenlegten. Viele historische Fehler schlichen sich zudem ein.

Alternativvorschlag:

Die Süd-Tiroler Freiheit würde aber eine Kulturhauptstadt Tirols begrüßen innerhalb der Regionen Trentino, Süd-Tirol und dem Bundesland Tirol.

Eigenes Schreiben der Süd-Tiroler Freiheit an die Bewerbungskommission?

Die Süd-Tiroler Freiheit wird in den nächsten Tagen darüber entscheiden, ob sie ein eigenes Schreiben der Bewerbungskommission zusenden wird. Sie will damit  jenen Teil der Bevölkerung vertreten, welche nicht Kulturhauptstadt Italiens werden will. Gleichzeitig will man aber auch eine eventuelle verzerrte Darstellung im offiziellen Bewerbungsschreiben der Gemeinde Meran widerlegen. Nicht zuletzt will man die Kommission darum ersuchen von einer Nominierung Merans als Kulturhauptstadt Abstand zu nehmen.

Christoph Mitterhofer
Süd-Tiroler Freiheit Meran

Süd-Tiroler Freiheit, Bozen

stol