Sonntag, 03. Juli 2016

Netanyahu kündigt „aggressive Maßnahmen“ im Westjordanland an

Nach neuen tödlichen Anschlägen von Palästinensern hat der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu harte Maßnahmen im besetzten Westjordanland angekündigt.

Kündigte eine neue, härte Gangart im Westjordanland an: Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu. - Archivbild.
Kündigte eine neue, härte Gangart im Westjordanland an: Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu. - Archivbild. - Foto: © APA/AP

„Wir befinden uns in einem fortgesetzten Kampf gegen Terrorismus“, sagte Netanyahu am Sonntag. „Wir setzen verschiedene Mittel ein, darunter aggressive Maßnahmen, die wir in der Vergangenheit nicht verwendet haben.“

Gebiet Hebron könnte blockiert werden

Er nannte unter anderem eine Blockade des gesamten Gebiets um Hebron, die 700.000 Menschen betreffe. Einwohnern des Dorfes Bani Naim, aus dem mehrere Angreifer stammten, sollten ihre Arbeitsgenehmigungen in Israel entzogen werden.

Die Armee werde zwei weitere Brigaden in das Westjordanland verlegen, die dort vor allem Straßen sichern sollten. Die israelischen Siedlungen sollten außerdem weiter gestärkt werden.

35 tote Isrealis in letzten neun Monaten

Tausende von Menschen nahmen am Sonntag am Begräbnis eines israelischen Familienvaters teil. Er war am Freitag vor den Augen seiner Kinder getötet worden, als mutmaßlich palästinensische Attentäter das Feuer auf sein Auto eröffneten. Die Mutter wurde bei dem Vorfall nahe Hebron schwer verletzt. Am Donnerstag hatte ein Palästinenser ein israelisches Mädchen in der Nähe von Hebron im Schlaf erstochen.

In den vergangenen neun Monaten sind bei einer Welle palästinensischer Anschläge 35 Israelis getötet worden. Mehr als 220 Palästinenser kamen ums Leben, meist bei ihren eigenen Attacken. Als Auslöser der Gewalt gelten ein Streit um Besuchs- und Gebetsrechte auf dem Tempelberg in Jerusalem sowie die Frustration über Israels fortwährende Besatzung.

apa/dpa

stol