Sonntag, 05. November 2017

Neuseeland will Flüchtlinge aufnehmen - Australien lehnt ab

Der Konflikt um die von Australien in Papua-Neuguinea internierten Flüchtlinge wird immer bizarrer. Australien hat das Angebot Neuseelands ausgeschlagen, 150 Asylbewerber aus dem zu schließenden Lager aufzunehmen, in dem eine humanitäre Krise droht. Canberra beharre nämlich auf einem Austauschabkommen mit den USA, sagte der konservative Ministerpräsident Malcolm Turnbull am Sonntag.

Malcolm Turnbull lehnt die Aufnahme von Flüchtlingen durch Neuseeland ab. - Foto: APA (AFP)
Malcolm Turnbull lehnt die Aufnahme von Flüchtlingen durch Neuseeland ab. - Foto: APA (AFP)

”Wir wollen diese Abkommen weiterverfolgen und abschließen und können erst danach weitere Vereinbarungen in Erwägung ziehen”, sagte Turnbull am Sonntag nach einem Treffen mit seiner neuseeländischen Kollegin Jacinda Ardern in Canberra. Diese hatte am Freitag angeboten, 150 Personen, die auf der Insel Manus interniert sind, aufzunehmen.

Turnbull besteht auf einem mit dem früheren US-Präsidenten Barack Obama ausverhandelten Abkommen, das den Austausch von bis zu 1250 Asylbewerbern vorsieht. Canberra will Flüchtlinge aus Lateinamerika aufnehmen, die USA sollen dafür die in Papua-Neuguinea internierten Bootsflüchtlinge ins Land lassen.

Der Konflikt hat sich jüngst massiv zugespitzt. Nach der offiziellen Schließung des Lagers auf der Insel Manus haben sich dort 600 Männer verbarrikadiert, weil sie befürchten, dauerhaft in Papua-Neuguinea angesiedelt zu werden.

Canberra versichert, dass die neue Unterbringung nur vorübergehend sein werde, bis zum Abschluss der Überprüfung der aufzunehmenden Asylbewerber durch die USA. Um den Widerstand der Flüchtlinge zu brechen, hat Australien zu Wochenbeginn die Versorgung mit Nahrungsmitteln und Wasser eingestellt.

apa/ag.

stol