Samstag, 27. Januar 2018

Nun 63 Todesopfer nach Taliban-Anschlag in Kabul

Nach einem schweren Selbstmordanschlag der Taliban im Zentrum der afghanischen Hauptstadt ist die Zahl der Todesopfer auf mindestens 63 gestiegen. Das sagte der Sprecher des Innenministeriums, Nasrat Rahimi, am Samstagabend (Ortszeit) in einer landesweit übertragenen Pressekonferenz. Zuvor war von 40 Toten die Rede gewesen.

Foto: © APA/AFP

Außerdem stieg die Zahl der Verletzten von 140 auf mindestens 151. Vier Menschen seien bisher festgenommen worden.

Der Attentäter war mit einem mit Sprengstoff vollgepackten Krankenwagen in eine schwer bewachte Straße hineingefahren, an der afghanische Sicherheitsinstitutionen wie Teile des Innenministeriums und Geheimdienstbüros sowie mehrere ausländische Botschaften liegen.

Er habe seinen Wagen in die Luft gejagt, als Polizisten an einem Sicherheitsposten ihn als Gefahr erkannten. Ein Mitarbeiter der nahegelegenen EU-Botschaft sagte, bei ihnen habe es keine Opfer gegeben.

Behörden hatten vor IS-Anschlägen gewarnt

Fotos in sozialen Netzwerken zeigten eine riesige Rauchwolke, an umliegenden Gebäuden gingen Fensterscheiben zu Bruch. Die italienische Hilfsorganisation Emergency teilte mit, in ihr Krankenhaus in Kabul seien mehr als 50 Menschen eingeliefert worden. Emergency-Koordinator Dejan Panic sprach von einem „Massaker“.

In Kabul hatte die Zahl der Anschläge zuletzt stark zugenommen. Die Hauptstadt gilt inzwischen als einer der gefährlichsten Orte für Zivilisten in Afghanistan. Vor einer Woche hatten Kämpfer der Taliban das Intercontinental-Hotel angegriffen und mindestens 22 Menschen getötet. Die meisten Opfer waren Ausländer.

Samstag früh hatten die afghanischen Behörden in einer Sicherheitswarnung speziell an Ausländer vor möglichen neuen Anschlägen der Jihadistenmiliz „Islamischer Staat“ (IS) gewarnt. Die IS-Kämpfer planen demnach Anschläge auf Supermärkte, Geschäfte und Hotels, die von Ausländern besucht werden.

apa/afp/reuters

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stol