Donnerstag, 08. September 2016

Obama spricht Trump Qualifikation für Präsidentenamt ab

US-Präsident Barack Obama hat dem republikanischen Präsidentschaftskandidaten Donald Trump nach dessen erneuten Ehrbekundungen für den russischen Präsidenten Wladimir Putin die Eignung für das höchste Staatsamt abgesprochen.

Steht in der Kritik: Donald Trump.
Steht in der Kritik: Donald Trump. - Foto: © APA

„Ich denke nicht, dass dieser Mann qualifiziert ist, Präsident der Vereinigten Staaten zu sein, und jedes Mal, wenn er spricht, wird diese Meinung bestätigt“, sagte Obama.

Nach den Begegnungen, die er in den vergangenen acht, neun Tagen mit ausländischen Spitzenpolitikern gehabt habe, „kann ich ihnen sagen, dass dies eine ernsthafte Angelegenheit ist“, sagte Obama am Donnerstag beim Gipfel des Verbands Südostasiatischer Nationen (ASEAN) Laos. „Wenn Du sprichst, sollte dies eine durchdachte Politik widerspiegeln, die auch umgesetzt werden kann“, sagte der scheidende US-Präsident mit Blick auf Trump.

Trump von Putin beeindruckt 

Trump hatte sich bei einer Fernsehveranstaltung zum Thema Sicherheitspolitik beeindruckt von den Führungsqualitäten Putins gezeigt. An dem russischen Präsidenten schätze er, dass dieser „sehr starke Kontrolle über sein Land hat“, sagte Trump bei einem TV-Forum, an dem auch die demokratische Kandidatin Hillary Clinton teilnahm.

Putin sei Obama an Führungskraft weit überlegen, sagte Trump. Er möge das russische System zwar nicht, räumte der republikanische Kandidat ein. Mit Blick auf Putin fügte er jedoch hinzu: „Aber in diesem System ist er der klare Anführer – sehr viel mehr, als unser Präsident ein Anführer war.“

Mit seinen wiederholtem Lob für Putin hat Trump auch in der eigenen Partei Kritik hervorgerufen. Putin seinerseits hatte Trump, der nach eigenen Angaben das Verhältnis zu Russland verbessern will, als „außergewöhnlichen Mann“ gepriesen.

apa/afp

stol