Donnerstag, 02. Februar 2017

10 Meter Turm: Springen oder nicht springen?

Was passiert, wenn man Menschen, die noch nie von einem 10-Meter-Turm gesprungen sind, dazu überredet - und sie bei ihrem Jungfernsprung auch noch filmt? Das haben zwei schwedische Regisseure herausgefunden.

Wird er springen? Oder umkehren? - Foto: Screenshot
Wird er springen? Oder umkehren? - Foto: Screenshot

Manche werden sich jetzt denken: Wer stellt sich bitte bei 10 Metern so an? Andere denken sich vielleicht: Ich krieg schon beim 3-Meter-Brett weiche Knie.

Die beiden schwedischen Regisseure Maximilien Van Aertryck und Axel Danielson haben 67 Personen gebeten, sie dabei filmen zu dürfen, wenn sie das erste Mal von einem 10-Meter-Turm springen. „Wir wollten Personen festhalten, die vor eine schwierigen Entscheidung stehen. Wir wollten den menschlichen Zweifel festhalten“, so die beiden Filmemacher, deren Endprodukt beim Sundance Film Festival 2017 in den USA vorgestellt wurde.

Die Teilnehmer erhielten 30 Dollar dafür, den Turm zu erklimmen und sich an den Rand zu stellen. Springen war nicht Pflicht: „Wir waren gleichermaßen an Menschen interessiert, die springen, und an jene, die nicht springen.“

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Junge Burschen stellen sich ebenso an die Kante wie ältere Damen. Manche klettern zu zweit auf den Turm, andere stellen sich lieber alleine der Aufgabe. Zuletzt bleibt stets nur eine Frage übrig: Springen - oder nicht springen.

Später erklärten die Filmemacher, sie seinen überzeugt davon, dass sowohl die aufgestellten Kameras als auch der soziale Druck (die Wartenden spornten diejenigen, die an der Reihe waren, an) viele bei der Entscheidung, zu springen, beeinflussten. Rund 70 Prozent der Teilnehmer trauten sich bis zum Schluss dann doch.

Die Gänsehaut ist zu spüren - und jeder, der schon einmal von einer größeren Höhe ins Wasser gesprungen ist, kann mit diesen Menschen mitfühlen.

stol/liz

stol