Einen seiner bisher letzten ganz großen, öffentlichen Auftritte hatte er im November 2022: Damals betrat Alfons Schuhbeck unter Jubel des anwesenden Publikums die Bühne des „Teatro“ in München, das jahrelang seinen Namen getragen hatte. „Sweet Caroline“ sang er damals und „Can't Help Falling in Love“ – so, wie er es unzählige Male zuvor getan hatte.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1022496_image" /></div> <BR />Doch dieses Mal war es ein ganz besonderer Auftritt. Denn kurz zuvor hatte das Landgericht München I den Star-Koch, der jahrzehntelang nicht wegzudenkender Teil der Münchner Schickeria gewesen war, zu 3 Jahren und 2 Monaten Haft verurteilt. 2,3 Millionen Euro hat Schuhbeck nach Ansicht des Landgerichts hinterzogen. Das Gericht war überzeugt davon, dass Schuhbeck mehr als 1000 Mal in die Kasse von 2 seiner Restaurants gegriffen und so Geld hat verschwinden lassen. Zunächst saß Schuhbeck in der Justizvollzugsanstalt Landsberg am Lech ein und inzwischen in einer Außenstelle der JVA im Andechser Ortsteil Rothenfeld. Die „Bild“ berichtete vor Kurzem, Schuhbeck bekomme nun Freigang und dürfe die JVA zeitweise verlassen. Wie er seinen Geburtstag feiert, ist nicht bekannt.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1022499_image" /></div> <BR /><BR />Dabei gehörten Feiern jahrzehntelang zu seinem Leben dazu – oft, weil er beliebter Gastgeber war. Dabei wäre Schuhbeck, 1949 als Alfons Karg in Traunstein geboren, beinahe nicht hinter dem Herd gelandet, sondern hätte Fernmeldekabel verlegt oder Telefonanlagen gewartet. Erst eine Begegnung mit dem Gastronomen Sebastian Schuhbeck brachte die Wende. Der kinderlose Gastwirt suchte einen Nachfolger für sein Restaurant in Waging am See. Er adoptierte den jungen Alfons und ließ ihn auf die Hotelfachschule Bad Reichenhall gehen. <BR /><BR />1980 übernahm Alfons – nun Schuhbeck – den Betrieb seines Adoptivvaters und überzeugte bald mit seinem Talent als Koch. Er überraschte gerne mit ungewöhnlichen Gaumenfreuden wie Brezenknödel-Wurstsalat oder Bier-Tiramisu. Bei seinen Gerichten ganz oft mit dabei: Chilisalz und Ingwer. Bereits 1983 bekam er einen Michelin-Stern, 1989 ehrte ihn der Gourmetführer „Gault-Millau“ als „Koch des Jahres“. Weitere Auszeichnungen folgten. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1022502_image" /></div> <BR /><BR />Schuhbeck wurde fester Bestandteil der Münchner Bussi-Bussi-Gesellschaft. Er bewirtete Promis und wurde dabei selbst einer. Er hat Queen Elizabeth bekocht, Charlie Chaplin und immer wieder auch den FC Bayern München und wurde einer der bekanntesten Köche und Gastronomen Deutschlands.<BR /><BR /><BR />Sein Name war jahrelang eine Marke. Schuhbeck baute ein Firmengeflecht auf mit 3 Restaurants, darunter die „Südtiroler Stuben“ in München, einem Catering-Service, einem Eissalon und Gewürzläden. Er arbeite 19 Stunden am Tag, sagte er zu seinem 70. Geburtstag vor 5 Jahren. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1022505_image" /></div> <BR /><BR />Doch Schuhbeck fiel tief. Er meldete Insolvenz für seine Münchner Restaurants an, im vergangenen Jahr wurde auch ein Insolvenzverfahren gegen ihn persönlich eröffnet. Inzwischen sind von dem einstigen Gastro-Imperium nur noch die Gewürzläden übrig geblieben. Im Münchner Laden gab Schuhbeck bis kurz vor seinem Haftantritt auch wieder Kochkurse.<BR /><BR />„Ich habe einiges falsch gemacht“, sagte Schuhbeck 2022 vor Gericht, bevor er sich dann doch zu einem umfangreicheren Geständnis durchringen konnte. „Ich habe mir, meinen Freunden und Bekannten und auch meinen Verteidigern bis zuletzt etwas vorgemacht, weil ich nicht wahrhaben wollte, dass ich unternehmerisch gescheitert bin.“<BR /><BR />Im Prozess sagte er auch: „Wenn ich es ungeschehen machen könnte, würde ich es sofort tun.“ Und: „Ich stehe vor den Trümmern meines Lebenswerkes.“