Die diplomierte Hundetrainerin Lisa Holzner verrät, wie der Hund lernt, alleine zu Hause zu bleiben.<BR /><BR />Wenn ein Welpe einzieht, sollte Herrchen oder Frauchen in den ersten Tagen unbedingt rund um die Uhr bei ihm sein. Er soll die Möglichkeit haben, in Ruhe anzukommen und den ersten Umzugsstress zu verarbeiten. Natürlich darf er für kurze Zeit alleine in einem Raum bleiben. Allerdings nur, wenn der Hund normal entwickelt ist. Ist er besonders ängstlich und zurückhaltend, sollte er in dieser ersten Zeit immer beim Besitzer bleiben können.<BR /><BR /><b>Wann können Hundehalter mit dem Training beginnen?</b><BR />Lisa Holzner: Etwa nach 2 bis 3 Tagen, wenn der Hund einen Ort in der Wohnung gefunden hat, wo er sich am allerliebsten aufhält und viel schläft. Bei den meisten Hunden ist das das Wohnzimmer. Wenn der Hund alleine bleiben soll, ergibt es Sinn, nur diesen Raum für ihn zugänglich zu halten, alle anderen Türen bleiben geschlossen. Erstens können Gefahrenquellen so besser vermieden werden, zweitens wird der Welpe davon abgehalten, in der Zeit, in der er alleine ist, alle Zimmer abzusuchen. <BR /><BR /><b>Wie läuft das Training am besten ab?</b><BR />Holzner: Die ersten Trainingseinheiten beginnen immer damit, dass der Hund in einer entspannten Atmosphäre ist und sich vorher gelöst hat. Wenn der Welpe gerade seine verrückten 5 Minuten hat, ist das Training keine gute Idee. Erst danach kann es losgehen: <BR /><BR />- Zunächst müssen alle Türen der Räume, die der Hund beim Alleinbleiben nicht betreten soll, abgeschlossen werden. Dann sollte der Besitzer einen Schleck- oder Kauartikel bereithalten und sich genau so anziehen, wie er es macht, wenn er – oder sie – zur Arbeit geht oder sich mit Freunden trifft, also im Winter auch mit Jacke, Schuhen, Tasche usw.<BR /><BR />- Dann verabschiedet sich der Hundehalter kurz und ruhig von seinem Hund und gibt ihm den Kauartikel. Anschließend geht er hinaus und schließt die Tür.<BR /><BR />- Schon nach wenigen Sekunden kehrt der Besitzer zurück und begrüß seinen Hund kurz und ruhig.<BR /><BR />Diese Übung wird mehrmals am Tag wiederholt (es muss nicht jedes Mal ein Kauartikel angeboten werden). Je nachdem, wie der Hund es meistert, können die Schritte vergrößert werden. Hilfreich ist, den Hund mit einer Kamera mit Liveübertragung zu beobachten. So kann der Zeitpunkt der Rückkehr am besten geplant werden.<BR /><BR /><b>Auf was sollten Hundehalter bei diesem Training besonders achten?</b><BR />Holzner: Grundsätzlich möchte jeder Hundehalter natürlich, dass der Hund so schnell wie möglich eine bestimmte Zeit alleine bleiben kann. Es ist aber nicht förderlich, wenn der Hund zwar kleinschrittig, aber immer länger alleine bleiben muss. Beispielsweise zuerst eine Minute, dann 2, 3, 5, 10 Minuten usw. Der Hund würde dann lernen, dass er immer länger alleine bleiben muss und viele entwickeln dadurch Trennungsstress, weil sie wissen, dass es immer länger dauert. Besser ist es, die Zeiten zu variieren: Zuerst eine Minute, dann 3, dann 20 Sekunden, 4 Minuten, eine Minute, 5 Minuten, 6 Minuten, 2 Minuten usw.<BR /><BR />Den Hund zu ignorieren, wenn Herrchen oder Frauchen nach Hause kommt, ist genauso falsch, wie ihn überschwänglich zu begrüßen. Hunde, die kurz begrüßt werden, beruhigen sich viel schneller, als wenn sie wie Luft behandelt werden. Das verstehen sie nicht und bekommen dadurch noch mehr Stress.<BR /><BR />Ein weiterer Fehler ist, die Schritte zu groß zu machen. Es bringt nichts, wenn die ersten 5 Minuten super kleinschrittig und oft trainiert werden, die Dauer des Alleinbleibens dann aber auf 30 Minuten oder 2 Stunden springt. Die ersten 30 Minuten sind entscheidend und müssen wirklich kleinschrittig trainiert werden. Schafft es ein Hund, 30 Minuten entspannt zu bleiben, können die Schritte etwas größer gemacht werden.<BR />