Welche Verkleidungen sind 2024 besonders beliebt – und was geht gar nicht? Wir haben uns umgehört.<BR /><BR />Der Duft von Weihrauch hängt noch in den Wohnungen, da stürzen sich die Südtiroler auch schon in den Fasching: Nach Dreikönig beginnt bei den meisten aktiv die Planung für die närrische Zeit. Und das muss in diesem Jahr besonders schnell gehen, immerhin fällt der Unsinnige Donnerstag schon auf den 8. Februar. Bereits am 14. Februar ist mit dem Aschermittwoch das lustige Treiben vorbei.<BR /><BR />Auch das Faschingsgeschäft ist bereits angelaufen, viele haben bereits mit der Kostümjagd begonnen. „Da wir das ganze Jahr über Faschingsartikel im Sortiment haben, kommen viele unserer Stammkunden auch schon im Dezember, um sich umzusehen und zu informieren, was die Trends für den kommenden Fasching sind“, schmunzelt Peter Gutweniger von Spielwaren Gutweniger in Bozen. Das seien allerdings eher die „Hartgesottenen“: Das richtige Faschingsgeschäft beginnt nach Dreikönig und floriert in den Wochen kurz vor Fasching – also jetzt.<BR /><BR />Tatsächlich habe sich bei den Kindern kostümmäßig wenig geändert, so Gutweniger: Klassiker wie Prinzessin und Clown sind auch in diesem Jahr wieder ein Renner, auch Disney-Themen sind sehr gefragt. Da geht es bei den „Großen“ schon spezieller zu: „Hier in Bozen merken wir, dass sich die Erwachsenen natürlich stark an den Themen der Partys und Bälle orientieren, die sie besuchen. Deswegen sind in diesem Jahr Retrokostüme à la Disco der 1970er- und 80er-Jahre oder auch Verkleidungen zum Thema Gold oder Disney gefragt.“<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="987865_image" /></div> <BR />Dabei muss es nicht immer ein vollständiges Kostüm sein: „Wer Fantasie hat, kann auch aus mehreren Einzelteilen und Accessoires etwas Tolles zaubern“, weiß der Geschäftsführer des Spielgeschäfts. Den meisten Menschen fehle es oft aber an Zeit – oder auch schlicht an Ideen. „Auffällig ist, dass Kunden über 50 Jahren meist sehr schnell wissen, was sie wollen. Suchende zwischen 20 und 40 Jahren hingegen entscheiden sich eher kurzfristig. Da sind dann auch die Fantasie und Fähigkeiten unserer Verkäuferinnen gefragt, entsprechend zu beraten“, so Gutweniger.<h3> Günstig oder langlebig – das ist oft die Frage</h3>Für jene, die online nach Verkleidungen jagen, hat der Experte einen Rat: „Es ist nun mal so: Es gibt viel Ramsch am Markt, gerade online, auch, weil man die tatsächliche Qualität über den Bildschirm nicht erkennen kann.“ Hier müsse der Käufer abwägen, was ihm wichtiger sei: Preis oder Qualität. „Sicher: Wenn ich weiß, meine Verkleidung muss nur eine Stunde lang halten, dann reicht auch ein günstigeres Produkt. Fest steht, dass ein Kostüm guter Qualität eben auch über mehrere Jahre dienlich sein kann, verliehen oder auch verkauft werden kann“, schließt Gutweniger.<BR /><BR /><embed id="dtext86-63111633_quote" /><BR /><BR />Viel Erfahrung im Faschingsgeschäft hat auch Janina Graus, Geschäftsführerin von Pfiff Toys. Sie weiß: „Grundsätzlich sind die Kinder die ersten, die ihre Kostüme haben wollen, die Erwachsenen kommen oft erst im letzten Moment“. Auch ihre Kunden wissen die Klassiker immer noch zu schätzen: „Piraten sind bei den Kindern immer noch sehr beliebt, ebenso Ninjas, Polizisten und Piloten“, sagt Graus.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="987868_image" /></div> <BR /><BR /> Superhelden aus Film und Fernsehen seien ebenfalls voll im Trend: „Bei den Mädchen ist Elsa, die Eiskönigin, nach wie vor das absolute Lieblingskostüm, die Buben lieben Spider-Man, verkleiden sich aber auch gerne als Sonic. Ein Favorit aus dem Gaming-Sector ist übrigens Super Mario – sowohl bei Buben als auch bei Mädchen“, weiß Janina Graus. Das bedeute aber nicht, dass „Altgedientes“ ausgedient hat: „Auch Helden wie Pippi Langstrumpf sind noch gefragt“, sagt die Geschäftsführerin. Und vermutet: „Pumuckl könnte in diesem Jahr ein Comeback haben, aber leider gibt es dieses Kostüm noch nicht.“ <BR /><BR /><embed id="dtext86-63111636_quote" /><BR /><BR />Tiere sind ebenfalls ein Evergreen – sowohl bei den Kleinen als auch bei den Großen: „Marienkäfer, Schmetterling, aber auch Bär oder Löwe sind gefragt. Bei den Erwachsenen sind Wolf und Schaf ein beliebtes Thema“, lacht Graus.<BR /><BR />Wie Peter Gutweniger berichtet auch Janina Graus von einem „Comeback“ der 70er und 80er Jahre – eben aufgrund der Mottopartys: „Retrolooks waren schon im vergangenen Jahr beliebt, aber heuer noch mehr: Man setzt auf bunte Anzüge, Schlaghosen, knallige Trainer und fetzige Accessoires mit Glitzern“, weiß Graus. <h3> Mit Kreativität zum einzigartigen Kostüm</h3>Ob sich auch aktuelle Filmhits wie „Barbie“ im Faschingskostüm niederschlagen werden, könne man jetzt noch nicht sagen: „Sicher wird auch diese Verkleidung heuer gesucht werden. Allerdings gibt es das ‚ultimative‘ Barbie-Kostüm nicht.“ Ganz darauf verzichten muss man aber trotzdem nicht: „Es gibt so viele tolle Accessoires und Perücken – da kann man sich super was zusammenstellen“, ist die Geschäftsführerin überzeugt. <BR /><BR />Jeden Trend rechtzeitig vorherzusagen, sei natürlich schwierig bis unmöglich: „Wir bestellen die Faschingskostüme 6 Monate vor Verkaufsstart, da kann sich vieles ändern. Trends tauchen schnell auf und verschwinden ebenso schnell wieder.“<BR /><BR /> Deshalb könne es durchaus passieren, dass eine gesuchte Verkleidung nicht erhältlich ist – „aber mittlerweile gibt es keine Lieferungsschwierigkeiten mehr, weshalb auch kurzfristig bestellt werden kann“, beruhigt Graus. Generell sei es ratsam, sich frühzeitig auf die Suche zu machen: „Vor allem, wenn man eine bestimmte Vorstellung hat, sollte man rechtzeitig anfangen. Natürlich haben wir auch eine Woche vor Fasching noch Kostüme, Farben und Perücken, aber die Auswahl ist sicher kleiner.“<h3> No-Gos im Faschingsfieber</h3>Gibt es auch Kostüme, die man nicht mehr findet? „Wir bestellen bewusst keine Soldaten-Kostüme mehr, auch wenn sie sicher noch Abnehmer finden würden“, betont Janina Graus. Auch sonst gebe es Verkleidungen, die seit Jahren immer weniger getragen werden, etwa solche aus unterschiedlichen Kulturen: „Indianer zum Beispiel gibt es mittlerweile hauptsächlich noch für Kinder, und auch hier gehen die Meinungen der Eltern stark auseinander. Wobei ich denke, dass gerade Kinder den Indianer als Helden sehen und gar nicht an einen kulturellen Hintergrund denken“, meint Graus. <BR /><BR />Auch Sombreros seien noch erhältlich, „Chinesen“-Kostüme und ähnliches hingegen nicht mehr. Eine weitere Entwicklung: „Hexen und Monster werden an Fasching eigentlich kaum mehr gesucht, weil diese Verkleidungen zu Halloween gekauft werden – und das immer mehr“, so Graus. <BR /><BR />Auch Vollmasken – also Gummimasken, die den ganzen Kopf bedecken – haben stark an Beliebtheit verloren: „Vermutlich haben die Leute seit Corona keine Lust mehr, sich das Gesicht zu verdecken“, vermutet Graus.<h3> Leihen statt kaufen: Der Kostümfundus</h3>Eine ganz besondere Schatzkiste an Kostümen ist der Fundus der Vereinigten Bühnen Bozen. Im Untergeschoss des Sozialwissenschaftlichen Gymnasiums in Bozen warten mehr als 10.000 Kleidungsstücke, Kostüme, Schuhe und allerhand Accessoires darauf, gefunden und getragen zu werden. <BR /><BR />Auch im Fundus hat die Faschingssaison erst angefangen, richtig los geht es in den kommenden Tagen: „Bis jetzt sind vor allem jene gekommen, die sich für die Mottopartys des Landes einkleiden wollen, also Kostüme der 70er- und 80er-Jahre oder auch zum Thema Hollywood“, weiß Martina Varesco. Gemeinsam mit Oliver Mölter ist sie die „Wächterin“ der VBB-Kostüme und während der Öffnungszeiten im Fundus anzutreffen.<BR /><BR /> „Unsere Sammlung besteht aus Kostümen und Verkleidungen, die wir für unsere Theaterproduktionen entworfen haben. Deshalb haben wir natürlich nicht immer alles, was gesucht wird“, erklärt Varesco. Auch gibt es nicht jedes Kostüm in jeder Größe.<BR /><BR /><embed id="dtext86-63111870_quote" /><BR /><BR /> Aber: „Wer sich die Zeit nimmt und auch etwas Fantasie hat, kann hier sicher fündig werden. Und vor allem: Er hat etwas Einzigartiges, denn so ein Kostüm trägt in Südtirol sonst sicher niemand“, betont die Schneiderin. Gerade an Fasching könne und solle man seiner Fantasie freien Lauf lassen, ist Varesco überzeugt. Oft offenbarten sich erst beim Anprobieren und Kombinieren die tollsten Kostüme. Deshalb sei geraten, zwar mit einer bestimmten Vorstellung in den Fundus zu gehen – aber den Geist offen zu lassen für neue Ideen und Veränderungen.<BR /><BR /> „Was mir aufgefallen ist: Frauen gehen in unserem Kostümfundus auf und kommen voll auf ihre Kosten, sie suchen, probieren, kombinieren. Männer hingegen nehmen meist am liebsten das Erste, das passt, und sind damit voll zufrieden“, lacht Varesco. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="987871_image" /></div> <BR /><BR />Für Kinder gibt es wenig Auswahl im Fundus: „Das liegt daran, dass die VBB vor allem Abendaufführungen produzieren und wir deshalb hauptsächlich Erwachsenenkostüme anfertigen.“ Jugendliche hingegen schauen gerne im Fundus vorbei, nicht nur für Fasching, sondern das ganze Jahr über: „Viele suchen Verkleidungen für Krimi-Dinners und andere Gelegenheiten.“ <BR /><BR />Je nach dem, wie viele Artikel man ausleiht, variiert der Preis, auch gibt es billigere Kostüme und solche, die aufwendig verarbeitet wurden. „Hinzu kommt, dass die Kostüme anschließend gereinigt wieder zurückgebracht werden müssen“, betont Varesco. <BR /><BR />Wer sich für ein Kostüm aus dem Fundus entscheidet, habe nicht nur eine originelle, einzigartige Verkleidung – „sie ist auch nachhaltig. Man hat keinen Transportweg und es wird auch nichts weggeschmissen.“