Wir haben nachgefragt.<BR /><BR />Vorneweg: Die Entscheidung, welchen didaktischen Weg die Schulen einschlagen, bestimmen sie selbst. Das heißt: Auch, welche Schritte sie im Rahmen der Digitalisierung unternehmen möchten. „Weil die Schulen organisatorische, didaktische und verwaltungstechnische Autonomie haben“, erklärt Bildungsdirektor Gustav Tschenett. <BR /><BR /><BR /><BR />Jede Schule, so Schulinspektor Werner Sporer, müsse nach eigenen Bedürfnissen festlegen, wie sie digital arbeiten will. „Es gibt eine große Vielfalt. Manche Schulen arbeiten schwerpunktmäßig mit Tablets, andere mit stationären Geräten.“ Da die Schulen autonom seien, hätten sie die Freiheit, aber auch die Verpflichtung, sich selbst ein pädagogisch didaktisches Konzept zu erarbeiten, wie sie den digitalen Unterricht gestalten wollen. <BR /><BR />Unterstützt werden sie von der Abteilung Informationstechnik des Landes, die die Grund-, Mittel-, Ober-, Berufs- und Fachschulen aller 3 Sprachgruppen betreut. „Wir sind jetzt auch in einer Art Umbruchphase“, erzählt Georg Runggatscher von der Abteilung Informationstechnik. Corona habe zu starken Veränderungen geführt, den Unterricht habe man anders gelebt, auf neue Lernformen gesetzt. „Es hat einen Wandel in den Schulen gegeben: Von den Computerräumen zu den mobilen Geräten“, berichtet Runggatscher. Das bedeutet: mehr Tablets, mehr Notebooks, flexibles, mobiles Arbeiten. „Die Lernformen, wo sich Kleingruppen an gewissen Orten im Gebäuden aufhalten, haben sehr zugenommen.“ War der Unterricht in der Vergangenheit sehr klassenorientiert, nutze man jetzt jeden möglichen Raum in der Schule. <BR /><BR /><BR /><BR />Wie sieht die Digitalisierung aber konkret im (Schul)Alltag aus? „Es gibt keine Trennung zwischen digitalem und konventionellem Unterricht“, weiß Werner Sporer. Immer mehr und immer selbstverständlicher werde das Digitale in den Unterricht eingebaut. „Wo man sie benötigt, nutzt man die digitalen Geräte, arbeitet mobil und flexibel.“<BR /><BR />Voraussetzung für mobiles und flexibles Arbeiten ist ein gut funktionierendes WLAN-Netz an den Schulen. „Das gehört nicht zur Standardausstattung. WLAN installieren wir auf Anfrage einer Schulstelle“, erklärt Georg Runggatscher das Prozedere. Die Abteilung Informationstechnik betreut ungefähr 500 Schulstellen, bei 380 von ihnen wurden WLAN-Projekte abgeschlossen (siehe Grafik). Die Ober- und Berufsschulen seien mittlerweile mit den WLAN-Infrastrukturen abgedeckt. „Viele Schulen haben auch erst mit Corona und dem Wechsel von stationären Geräten zu mobilen Geräten den Bedarf für WLAN erkannt“, erläutert der Experte. „Da ist viel in Bewegung, auch die Grundschulen ziehen jetzt nach.“<BR /><BR /> <div class="embed-box"><div class="container-wrapper-genially" style="position: relative; min-height: 400px; max-width: 100%;"><img src="https://img.genial.ly/5fd380c29270490f70f47a03/f30fb79b-ab39-43a4-b16e-6acb3b0565c8.jpeg" class="loader-genially" style="position: absolute; top: 0; right: 0; bottom: 0; left: 0; margin-top: auto; margin-right: auto; margin-bottom: auto; margin-left: auto; z-index: 1;width: 80px; height: 80px;"/><div id="64f88e456763580018398e49" class="genially-embed" style="margin: 0px auto; position: relative; height: auto; width: 100%;"></div></div><script>(function (d) { var js, id = "genially-embed-js", ref = d.getElementsByTagName("script")[0]; if (d.getElementById(id)) { return; } js = d.createElement("script"); js.id = id; js.async = true; js.src = "https://view.genial.ly/static/embed/embed.js"; ref.parentNode.insertBefore(js, ref); }(document));</script></div> <BR /><BR />Immer beliebter sei es auch, sein eigenes Gerät mitzubringen („Bring your own device“, kurz BYOD). „Die Geräte befinden sich im Eigentum der Schüler oder der Familien und die Schule stellt dann verschiedene Dienste zur Verfügung, z. B. den Internetanschluss, das Ausdrucken, Cloud-Dienste oder einen Softwarezugang“, sagt Sporer. Das werde sich in Zukunft noch verstärken, vor allem bei älteren Schülern. <BR /><BR />Gleichzeitig sollten die Schüler auch nicht zu viel Zeit vor dem Bildschirm verbringen, wie erst kürzlich eine Studie belegte (siehe digitale Ausgabe). Deshalb sei eine sinnvolle Integration wichtig, erklärt Werner Sporer. Schüler sollten in einer Klasse nicht 5 Stunden am Bildschirm sitzen, sondern es sollte Phasen des Digitalen und des Nicht-Digitalen geben. „Es soll ein sinnvoller und kritischer Umgang mit digitalen Werkzeugen gelernt werden.“ <BR /><BR /><BR /><BR />Dazu weiß Bildungsdirektor Gustav Tschenett: „Wenn Kinder und Jugendliche in die Schule kommen, kann man nicht die Welt draußen ausblenden. Sie nehmen ihre Handys mit.“ 90 Prozent der Oberschüler hätten ein Mobilgerät. „Es gibt ein Gesetz, das auf Staatsebene den Gebrauch von Handys in den Klassenzimmern verbietet“, sagt Tschenett. In der Realität sei es eine Gratwanderung und werde auch eine Gratwanderung bleiben. „Mit dem müssen wir lernen, gemeinsam auch in den einzelnen Situationen umzugehen.“ Heißt: Wo es Sinn mache, digitale Geräte zu nutzen, aber wo es notwendig sei, auch versuchen zu unterbinden. <BR /><BR />Geld in die Digitalisierung für Südtirols öffentliche Schulen floss zuletzt reichlich: 2022 erhielten die Bildungseinrichtungen insgesamt 26,5 Millionen Euro aus dem Wiederaufbaufonds (PNRR). Die Schulen seien nun dabei, die Ankäufe zu tätigen, erste Geräten seien bereits geliefert worden, weiß Gustav Tschenett. Zwischen 50.000 und 250.000 Euro pro Schuldirektion springen raus. Eine solche Größenordnung kann nicht jedes Jahr zur Verfügung gestellt werden. Außerhalb des PNRR gebe es regelmäßige Zuweisungen des Landes für die Erneuerung der IT-Ausstattung oder um eine zusätzliche Ausstattung anzukaufen. <h3> Herausforderung Künstliche Intelligenz</h3>Ein Thema an den Schulen ist auch die Künstliche Intelligenz (KI). „Hauptsächlich im vergangenen Jahr wurde KI ziemlich gehypt, auch medial“, sagt Schulinspektor Werner Sporer. Es fanden bereits einige Initiativen statt. „Ein Webinar für Schulführungskräfte zu dieser Thematik und auch für Lehrkräfte. Letzteres war sehr stark nachgefragt.“ Deshalb werde nochmals ein Webinar zum Thema „KI im Unterricht“ veranstaltet, sagt Sporer. Man arbeite auch an einem Leitfaden als Hilfestellung. „Der Leitfaden wird im Oktober oder November fertiggestellt werden. Er soll auf die drängendsten Fragen zum Thema KI im Unterricht antworten: Was ist das? Wie kann es sinnvoll eingebunden werden? Welche Gefahren sind damit verbunden?“, so Sporer.