Sonntag, 11. November 2018

Frühstart ins Leben gelingt immer besser

Frühchen sind die größte Patientengruppe im Kindesalter. Die gute Nachricht: Die Überlebensrate der Frühgeborenen ist kontinuierlich besser geworden.

Immer mehr frühgeborene Kinder überleben gesund.
Immer mehr frühgeborene Kinder überleben gesund. - Foto: © shutterstock

„Es ist total erfreulich“, sagt Wolfgang Göpel, Leiter des Deutschen Frühgeborenen Netzwerks. „Die meisten überleben gesund“, betont der Neonatologe vom Universitätsklinikum Schleswig-Holstein in Lübeck.
In der Frühgeborenenmedizin gibt es dennoch Verbesserungsmöglichkeiten. Forschungsbedarf sieht Göpel vor allem noch bei der Arzneimittelsicherheit. „Wir benötigen mehr Daten, was Nebenwirkungen von Medikamenten angeht“, sagt er. So haben häufig eingesetzte Medikamente möglicherweise langfristig negative Auswirkungen auf die Gehirnentwicklung. Der Intelligenzquotient lässt sich erst ab einem Alter von fünf Jahren messen.

Ursachen für die Frühgeburt

Ursache für eine Frühgeburt können Störungen an der Gebärmutter oder Plazenta sein. Dem Verband für das frühgeborene Kind zufolge kommen oft körperliche und psychische Gründe zusammen. So machten Stress und Ängste den Körper anfällig für Infektionen und Krankheiten und könnten eine Frühgeburt auslösen.

Psycho-soziale Aspekte sollten Hebammen während der Betreuung in der Schwangerschaft noch stärker beachten, meint Ursula Jahn-Zöhrens aus dem Präsidium des Deutschen Hebammenverbandes. „Die Begleitung muss ganzheitlicher gesehen werden.“ Unterstützung benötigen die Eltern auch, wenn sie oft erst Monate nach der Geburt ihr Kind aus der Klinik mit nach Hause nehmen dürfen. Es geht darum, dass die Eltern Selbstvertrauen in ihre eigenen Fähigkeiten gewinnen.

dpa

stol