Donnerstag, 15. Februar 2018

Gehirn-Scans zeigen Intelligenz eines Menschen

Forscher der New York University (NYU) School of Medicine können mittels spezieller Gehirn-Scans die geistigen Fähigkeiten eines Menschen bestimmen.

Gehirn-Scans erfassen die geistigen Fähigkeiten eines Menschen.
Gehirn-Scans erfassen die geistigen Fähigkeiten eines Menschen. - Foto: © shutterstock

Wie sie im Magazin "PLOS One" berichten, haben sie bei 892 US-Bürgern jede Hirnregion mittels funktioneller Magnetresonanztomografie (fMRI) gescannt, um die darin stattfindenden chemischen Reaktionen zu sehen. Dabei stellten sie einen Zusammenhang zwischen der Entropie - der Anzahl der Nerven-Schaltkreise, mit denen die Umwelt interpretiert wird - und der Intelligenz der Testpersonen fest.

Neues Verständnis von Intelligenz

"Unsere Studie liefert die ersten stichhaltigen Beweise, dass es mithilfe von fMRI-Scans der Gehirn-Entropie möglich ist, ein neues Verständnis von der menschlichen Intelligenz zu entwickeln", erklärt der leitende Studienautor Glenn Saxe, Professor für Kinder- und Jugendpsychiatrie an der NYU School of Medicine und Mitglied des NYU Lagone Health's Neuroscience Institute.

Glenn Saxe. - Foto: NYU

Denn die eigene Untersuchung habe gezeigt, dass eine größere Entropie mit einer besseren Fähigkeit zur Informationsverarbeitung einhergehe. "Das gilt wiederum als zentraler Aspekt für Intelligenz", so Saxe.

"In diesem Bereich wird viel publiziert. Die vorliegende Studie und ihre Ergebnisse halte ich aber nicht für sehr aussagekräftig", meint ein Experte, der ebenfalls im Bereich von fMRI-Scans forscht, aber nicht namentlich genannt werden möchte. "Die gefundenen Zusammenhänge sind sehr schwach, die Effektstärken minimal", betont der Wissenschaftler.

"Entropie-Score" versus IQ-Tests

fMRI-Scans nutzen Magnetfelder und Radiowellen, um feinste Veränderungen in der Durchblutung des Gehirn zu messen. Dadurch können dann Aussagen darüber getroffen werden, welche Zellen und Schaltkreise zu einem bestimmten Zeitpunkt aktiv sind und welche inaktiv bleiben. Im Fall der vorliegenden NYU-Studie wurde zunächst ein Basiswert ermittelt, indem verschiedene Hirnareale von Textpersonen im Ruhezustand gescannt wurden. Diese Aufnahmen wurden im Abstand von wenigen Millisekunden angefertigt.

Auf Basis der gesammelten Daten wurde dann mithilfe mathematischer Modelle ein statistischer "Entropie-Score" errechnet, der gewissermaßen die potenziell mögliche Anzahl aktiver Gehirnzellen in bestimmten Hirnarealen darstellt. Anschließend verglichen die Forscher ihre statistischen Ergebnisse mit denen von zwei Standard-IQ-Tests. "Die von uns berechneten Entropie-Scores lagen sehr nahe an den erzielten IQ-Werten", resümiert Saxe.

stol

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