Freitag, 26. April 2019

Kein Trinkgeld von Promis: Die Rache der Fahrradkuriere in Italien

Die Jobs bei Essens-Lieferdiensten sind für Knochenarbeit und schlechte Löhne bekannt. Fahrradboten kämpfen nicht nur gegen die niedrige Zahlung, sondern auch gegen den Geiz vieler prominenter Kunden. Aus Rache gegen VIPs, die ihnen kein Trinkgeld gönnen, hat eine Gruppe italienischer Lieferdienst-Kuriere nun auf Facebook eine Liste geiziger Promis veröffentlicht.

Die Fahrradkuriere rächen sich mit einer Blacklist.
Die Fahrradkuriere rächen sich mit einer Blacklist. - Foto: © shutterstock

Bekannte Fußballer, glamouröse Showgirls und prominente TV-Moderatoren stehen auf der „Schwarzen Liste“ der Kuriere, die Kunden häufig mit dem Fahrrad beliefern.

„Diese Promis leben in Luxuswohnungen, doch man bekommt mehr Trinkgeld in Außenbezirken als in Nobelvierteln“, beklagten sich die Fahrer. Nicht einmal bei schlechtem Wetter würden die Promis den Essenslieferanten Trinkgelder geben. Zu den Geizigen gehören laut Liste etwa DJ Albertino, Paolo Cannavaro, Wanda Mara und viele mehr. Die Liste werde laufend aktualisiert, teilten die Fahrradkuriere auf Facebook zudem mit.

Mit der Veröffentlichung der Namen der Promis wollen die Fahrradkuriere Essens-Lieferdienste wie Deliveroo und Foodora in Sachen Löhne unter Druck setzen.

„Wir kennen die Adressen und die Gewohnheiten der Kunden. Wir können diese heiklen Daten gegen euch nutzen“, ist auf der Facebook-Seite der Fahrkuriergruppe „Deliverance Milano“ zu lesen, die für bessere Arbeitsbedingungen und eine Arbeitsversicherung kämpfen.

apa/stol

stol