<b>Haben Sie die traditionelle Rollenverteilung erlebt und gelebt mit Mama daheim und Papa bei der Arbeit?</b><BR />Peterlini: Meine Mutter arbeitete, solange sie konnte. Sie war Verkäuferin im Stoffgeschäft Eccel. Auch später war sie stolz auszuhelfen – bis ins hohe Alter. So war es dann auch bei meiner eigenen Familie. 1973 habe ich das erste Mal geheiratet und wir bekamen bald ein Kind. Meine Frau Annemarie arbeitete, ich studierte, arbeitete und hielt Jugendversammlungen. Natürlich war die Belastung meiner Frau sehr groß, weil sie zusätzlich zu Arbeit und Kind noch den Haushalt übernahm. Später kamen noch 2 weitere Kinder dazu.<BR /><BR /><b>Hatten Sie zu wenig Zeit für Ihre erwachsenen Kinder?</b><BR />Peterlini: Ich habe bestimmt eine kleinere Rolle gespielt als meine Frau. Eine Mutter ist eine Mutter. Ein Vater kann sie nicht ersetzen. Ich war sehr früh viel beschäftigt, mit meiner Tätigkeit in der Partei als Landesjugendsekretär, meinem Studium und meinem Beruf.<BR /><BR /><embed id="dtext86-63888471_quote" /><BR /><BR /><b>Haben Sie bei ihrem jüngsten Sohn Dinge anders gemacht?</b><BR />Peterlini: Ich habe nicht viel anders gemacht, nein. Meinen ältesten Sohn habe ich oft zum Fußballplatz begleitet, mit meinem jüngsten Sohn geht es jetzt zum Eislaufplatz. Er spielt Hockey im Juniorteam Neumarkt. <BR /><BR /><b>Sie haben Erfahrung als junger Vater und nun als älterer Vater gesammelt. Welche Unterschiede gibt es? </b><BR />Peterlini: Als junger Vater war die Aufregung während der Schwangerschaft größer. Ich wusste nicht, wie das alles abläuft. Beim vierten Kind ist man routinierter und nicht mehr so ängstlich. Es ist jedes Mal ein großartiges Erlebnis, wenn ein Kind auf die Welt kommt. Ich würde keines missen wollen. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1008164_image" /></div> <BR /><b>Wird man mit dem Alter bei Erziehungsfragen sanfter?</b><BR />Peterlini: Meine Eltern waren nie sehr streng. Sie haben Auflagen vorgegeben, an die wir uns halten mussten. Wir waren zu fünft, fast schon wie ein Kindergarten. Unsere Eltern haben uns immer herzlich und gutmütig angeleitet. Wir sind mit viel Liebe erzogen worden und dafür bin ich dankbar. Das habe ich auch versucht, gegenüber den eigenen Kindern so zu handhaben. Vielleicht wird man mit dem Alter noch gütiger.<BR /><BR /><embed id="dtext86-63888475_quote" /><BR /><BR /><b>Welche Erinnerungen haben Sie an ihren Vater?</b><BR />Peterlini: Mein Tata war ein großer Bergfreund. Er nahm mich gerne mit und wir haben viele Wanderungen unternommen. Manche dauerten auch einige Tage, einmal übernachteten wir im Heustadel. Unvergessliche Erlebnisse! Er hat sich über jede Aufstiegsanlage geärgert. Heute gibt es ja so viele, da würde er sich noch mehr ärgern (lacht).<BR /><BR /><b>Welche Aufgaben in der Familie übernehmen Sie z. B.?</b><BR />Peterlini: Ich koche nicht sehr gerne. Das übernimmt deshalb meistens meine Frau, ich mache dann den Abspüler. Die Hausaufgaben erledigt Laurin selbständig, wir helfen nur gelegentlich, wenn er’s wünscht. Bei den älteren Kindern war das auch schon so – soweit ich daheim war.<BR /><BR /><embed id="dtext86-63888500_quote" /><BR /><BR /><b>Haben Sie den Kinderwagen geschoben?</b><BR />Peterlini: Ja, das habe ich gemacht. Ich war stolz auf meine Kinder.<BR /><BR /><b>Die Vereinbarung von Familie und Beruf ist eine große Herausforderung...</b><BR />Peterlini: Meine Frau Izumi ist Lehrerin, ich unterrichte an der Universität Bozen. Die Belastung ist für uns, wie für viele andere Eltern, groß. Sie ist in den vergangenen Jahrzehnten nicht geringer geworden, trotz vieler maschineller Erleichterungen, wie dem Computer. Meine erste Diplomarbeit mit über 500 Seiten musste meine Frau Annemarie noch bei jeder Änderung wieder von vorne abschreiben. Aber das Leben war trotzdem gemütlicher.<BR /><BR /><embed id="dtext86-63888505_quote" /><BR /><BR /><b>Es gibt es immer wieder die Forderung, mehr Familienzeit für Väter zu schaffen. Hätten Sie sich gerne mehr bei Ihren Kindern eingebracht?</b><BR />Peterlini: Alle fortschrittlichen Länder klagen über sinkende Geburtenraten. Die Folgen sind schwerwiegende Probleme für die Wirtschaft, das Sozial- und Rentenwesen. Eine familiengerechtere Politik hat sich in den nordischen Ländern als erfolgreich gezeigt. Mehr Elternzeit würde also nicht nur den Kindern und den Familien gut tun. Freilich geht das nicht in allen Bereichen. Wir waren damals in jedem Ort bei Versammlungen unterwegs.<BR /><BR /><b>Wenn Sie einem Vater etwas raten dürften, was wäre es?</b><BR />Peterlini: Sich über die Kinder zu freuen. Sie sind ein großartiges Geschenk, ein Wunder Gottes und der Natur. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1008167_image" /></div> <BR />