Dienstag, 26. Januar 2016

Lagerfeld schafft Klarheit bei der Haute Couture in Paris

Zum Glück gibt es Karl. Lagerfeld trotzt der leichten Flaute bei den Pariser Haute-Couture-Schauen mit einer wunderbar konzentrierten Kollektion.

Ein riesiger Setzkasten aus Holz bot die Kulisse für die Haute-Couture-Show von Karl Lagerfeld in Paris.
Ein riesiger Setzkasten aus Holz bot die Kulisse für die Haute-Couture-Show von Karl Lagerfeld in Paris. - Foto: © APA/AFP

Ein Spürhund wartete Dienstag früh vor der Haute-Couture-Schau von Chanel in Paris – ein ungewohnter Anblick für die verwöhnten Kundinnen des Luxushauses. Verschärfte Sicherheitsvorkehrungen nach den Terroranschlägen vom November hatten einige Designer ihren Gästen schon vor Beginn dieser Schauen für Frühjahr/Sommer 2016 angekündigt. Doch nur wenige nahmen dies bisher so ernst wie Chanel.

„Den Großteil unserer Maßnahmen kann man gar nicht sehen“, sagte ein Sicherheitsmann vor der Schau. Eins ist aber deutlich: Sehr viel weniger Blogger, Streetstyle-Fotografen und Zaungäste als sonst sind gekommen.

Drinnen jedoch – vor der klaren Kulisse eines skandinavisch anmutenden Holzbaus mit Wasserbecken, Nadelbäumen, Seerosen und Schilf – herrschte der gewohnte Andrang. Und es lohnt sich: Karl Lagerfeld zeigte eine wunderbar konzentrierte Kollektion mit „Zen-Spirit“ – und doch prunkvoll und kostbar.

Schmale wadenlange Röcke öffnen sich hinten in einem Schlitz über zartem Tüll, Oberteile mit hohem Kragen und Keulenärmeln waren mal kunstvoll aus Bändern geflochten, mal aus Spitzen-Blüten zusammengesetzt, mal mit Streublumen bestickt oder mosaikartig mit Edelsteinen verziert.

Die Stoffe in Naturfarben schimmerten goldig wie Ähren in der Sonne. Als Schmuck gab es Broschen und Ohrringe in Insektenform, was das altmodische, elfenhafte Aussehen der Models noch unterstreicht.

apa/dpa

stol