Sinnlich geschwungen liegt der Holzbau unter einem schützenden Betondach flach in der Natur. Mit einer puristischen Ausstattung, die kitschfrei alpine Wohlfühl-Atmosphäre verbreitet. Ein innovatives Statement, innen und außen überzeugend.<BR /><BR />Für diese Umgebung ein gültiges Bauwerk zu finden, setzt Klarheit und Reduktion voraus“, ist Martin Gruber überzeugt. Sein Ansatz: „Ein Gebäude, das flach in der Landschaft liegt und den Blick auf die Berge freigibt.“ Denn das Beste, was die Lage hier auf rund 1800 Metern zu bieten hat: die freie Sicht auf die atemberaubenden Dolomiten.<BR />Hier in Kreuztal stand ursprünglich das 50-Zimmer-Hotel „Aurora“, das Andreas Plattner, der Sohn der Besitzer übernehmen sollte. „Es war ziemlich in die Jahre gekommen“, erinnert er sich. <BR /><BR />„Die Frage war: Renovieren, umbauen, abreißen?“ Aufgrund der Bausubstanz war ein Abriss die beste Lösung. Nachdem sich ein Neubau mit 70 Betten als wenig sinnvoll erwies, entwickelte er mit dem Brixner Architekten ein neues, reduziertes Konzept – mit reduziertem Bauvolumen, reduzierten Betten, reduziertem Personal und reduzierter Formensprache. „Einfacher, ruhig und persönlich“, ist die Devise seines neuen Design-Refugiums „Anders“. <h3> Holzhülle mit Twist</h3>Martin Gruber setzte auf eine weiche, sinnliche Hülle unter einem schützenden Dach. „Boden und Dach sind in Zementbauweise errichtet“, erklärt er. „Ein weit auskragendes Vordach bietet bei den rauen Wetterbedingungen Schutz.“ Und dazwischen setzte er eine „tanzende Holzfassade“.<BR /><BR />Die Form des Holzkörpers ist sanft geschwungen und organisch geformt – ein unkonventionelles Volumen mit Twist. Ganz nach Grubers Überzeugung: „Das Leben ist kein rechter Winkel.“ <BR /><BR />Durch die Skelettbauweise in Stahlbeton konnte er das „Dach so schwebend wie möglich“ errichten, die graue Farbe harmoniert mit den Bergspitzen. Ein gläsernes Portal zwischen dem naturbelassenen Fichtenholz signalisiert Offenheit und lädt zum Eintreten ein– die raffinierte „Skulptur“ ist schließlich begeh- und bewohnbar.<BR /><BR />Hauptdarsteller im Inneren: die Berge, der Ausblick aus riesigen Fensterfronten an 2 Seiten. Unkonventionell ist aber auch hier die Gestaltung: Der großzügige Raum ist Rezeption, Lobby, Empfang, Speisesaal, Bar und Kaminzimmer in einem. Küche und Bar sind in einem zentralen Element integriert, natürlich holzverschalt. <BR /><BR />Naturbelassenes, gebürstetes Fichtenholz und ein fast samtiger Betonestrich am Boden sind die prägenden Materialien. Dazu kommen noch Glas und schwarze Metall-Elemente. Deren Farbe greifen wiederum die Sitzgelegenheiten auf. Tief am Kaminofen, normal hoch an den Tischen und höher an der Bar – für dynamische Zonen und vielfältiges Erleben.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="920737_image" /></div> <h3> Stilsicheres Innenleben</h3>Auch hier bleiben die Wände schwungvoll, laden sogar zum Anlehnen ein wie beim Kamin mit maßgeschneiderter Sitzgelegenheit. In den Schwung integriert ist auch die Tür zum begehbaren Weinschrank. „Hier wurde ein Raum geschaffen, der ohne Bild auskommt“, ist der Architekt zufrieden. <BR /><BR />Davor lädt noch eine Riesenterrasse zum Verweilen– auch mit Betonboden, nur leicht aufgeraut. Unauffällig liegt rechts vom Eingang auch die konsequent mitgestaltete Dienstwohnung in der Ecke. Dort lebt Gastgeber Plattner mit seiner Familie.<BR /><BR />Eine Holztreppe führt nach unten zu den Suiten, Bike- und Skibereich samt Tür zur Piste inklusive. Das Gebäude wurde in seiner Breite nach der Baugrube bemessen, die nach dem Abbruch des alten Hotels entstand. „Wir wollten keinen zusätzlichen Grund verbrauchen“, betont der Hausherr. So kamen 7 Suiten zustande, die sich über 2 Etagen erstrecken. Jede hat eine eigene Sauna mit Glaswand, einen Garten und ein Doppelbett mit raumfüllender Aussicht. Die Möbel sind aus Eichenholz – puristisch und schnörkellos. Dazu sorgen weiche Textilien für heimelige Atmosphäre. Etwa ein Sofa mit flexiblen Lehnen-Elementen für individuellen Komfort. Schwarz, Grau und helles Holz sind auch hier konsequent durchgezogen. „Energetisch gesehen ist das Gebäude ein KlimaHaus A“, erklärt Martin Gruber, „gut gedämmt und mit Dreifachverglasung.“ Geheizt wird mit Pellets, aber nicht viel. „Im Winter steht die Sonne so tief, dass sie direkt in die Räume scheint, da braucht es kaum Heizung“, meint der Hausherr zufrieden. <BR /><BR />Eine ebenso spektakuläre wie überzeugende Lösung für ein touristisches Konzept – klug reduziert, minimalistisch gestaltet und effektvoll in die Landschaft gefügt.<BR /><BR /><embed id="dtext86-60524889_gallery" /><BR />