<b>Von Petra Schwienbacher</b><BR /><BR />Meerschweinchen haben einen Stopfmagen. Die Nahrung wird nicht wie beim Menschen selbstständig weitertransportiert, sondern durch ständiges Fressen „nachgestopft“. Daher sollten ihre Mahlzeiten über den Tag verteilt serviert werden. <BR /><BR />Morgens idealerweise ausschließlich Heu. Durch den hohen Anteil an Rohfasern hilft dieses ganz natürlich bei der Verdauung und auch für die Zahnpflege ist gutes Heu unabdingbar. Beim Verzehr von Heu werden die Zähne der Nager durch die enthaltene Kieselsäure auf natürliche Weise „abgeschliffen“. Da die Zähne von Meerschweinchen ein Leben lang wachsen, ist das natürlich besonders wichtig.<h3> Hochwertiges Heu kaufen</h3>Heu ist nicht gleich Heu. Es muss eine hohe Qualität haben. Hochwertiges Heu hat eine grünliche Farbe, es ist trocken und duftet frisch. Riecht es muffig, ist es gelb verfärbt oder gar feucht oder schimmelig, Finger weg! Das wäre gesundheitsschädlich für die Meerschweinchen. <BR /><BR />Zudem ist darauf zu achten, dass das Heu keine für Meerschweinchen unverträglichen oder giftigen Pflanzen enthält. Die Herbstzeitlose ist beispielsweise tödlich für die Nager. Ebenso giftig oder nicht bekömmlich sind Margeriten, Maiglöckchen, Narzissen oder Hahnenfuß, um nur einige zu nennen. Auch Parasiten können durch befallenes Heu auf die Tiere übertragen werden.<BR /><BR />Heu ist in einem guten Zoofachhandel oder beim Bauern des Vertrauens erhältlich. Es wird dunkel und trocken in einer Holzkiste oder in einem Stoffsack gelagert. Plastikbehälter sind nicht geeignet, denn darin könnte das Heu schimmeln.<h3> Geeignete Heuraufen</h3>Verfüttert wird Heu am besten über eine geeignete Heuraufe. Es gibt solche zum Aufstellen oder zum Anbringen an die Gitter des Geheges. <BR /><BR />Die einfachste Art der Heuraufe ist die zum Einhängen am Gitter. Sie sollte über einen Deckel verfügen, damit das Heu leicht hinzugefügt werden kann und damit sich die Schweinchen nicht ins Heu legen können.<BR /><BR /> Zudem sollte man Lamellen anstatt Gittermaschen wählen, da bei letzteren die Verletzungsgefahr extrem groß ist. Unbedingt darauf achten, dass der Abstand zwischen den einzelnen Lamellen nicht zu groß ist. Das gilt auch für die aufstellbaren Heuraufen. <BR /><BR />Ist viel Platz vorhanden, sollten gleich mehrere verteilt im Gehege (unbedingt an einem wettergeschützten Platz) aufgestellt werden, damit kein Tier zu kurz kommt.<BR /><BR />Egal, für welche Variante sich Meerschweinchenhalter entscheiden, sie sollten frei von Farben oder Lacken sein. Wer handwerklich geschickt ist, kann sich auch selbst eine Heuraufe aus Holz bauen. Detaillierte Anleitungen dazu gibt es im Internet. <h3> Hände weg von „Foodballs“</h3>Solche Futterbälle werden unter dem Argument angeboten, dass das Futter damit stets sauber bleibt. Das mag stimmen, jedoch ist die Haltung der Nagetiere beim Fressen an diesen „Foodballs“ äußerst unnatürlich und es kommt häufig zu Verletzungen. <BR /><BR />Auch Heunetze oder Heuraufen mit Querstreben bergen ein hohes Verletzungsrisiko, da die Schweinchen dort mit den Krallen hängen bleiben können.