„Getan habe ich viel, ob alles richtig war, müssen andere bewerten.“ Als Bergretter, Bergführer, Skilehrer, Touristiker und Gemeindeverwalter hat sich der heute 78-Jährige einen Namen gemacht hat. von Florian Mair<BR /><BR />„Mein Start auf dieser Welt war eher steinig“, sagt Kuprian, der über sein Leben ein Buch geschrieben hat. „Beim Nachdenken und Niederschreiben bin ich draufgekommen, dass meine Lebensgeschichte auch ein Stück Heimatgeschichte ist.“<h3> „Sonst hätte mich meine Mutter nicht über die Runden gebracht“</h3>Eigentlich ist Kuprian ein Stuller, dort ist er als lediges Kind auf die Welt gekommen. „Meine Eltern arbeiteten als Magd und Knecht auf einem Hof in St. Martin: Und dort ist es passiert“, sagt er. Als bekannt wurde, dass Kuprians Mutter schwanger war, trennten sich die Wege seiner Eltern. „Aufgewachsen bin ich auf Zeppichl in Pfelders, weil mich meine Mutter nicht über die Runden gebracht hätte. Der Familie Ennemoser vom Seppner-Hof bin ich heute noch dankbar, dass sie mich mit 7 Monaten aufgenommen hat“, berichtet Kuprian.<BR /><BR />„Gillis“ Eltern haben später geheiratet. „Sie hatten mit ihren neuen Partnern jeweils 3 Kinder“, blickt er zurück. „Mich zählten sie aber nie mit, wenn es um ihre Kinder ging. Sie sprachen immer nur von 3 Kindern.“ <BR /><BR />Schon früh musste Kuprian auf eigenen Beinen stehen: Er hütete Tiere und half auf Höfen mit. Und nachdem die Elektrikerlehre bei seinem Stiefvater zu anstrengend war, verdiente er sein erstes Geld – es waren 1300 Lire – beim Schmuggeln von Passeier ins Ötztal und umgekehrt. Skilehrer zu werden, war schon früh sein Traum: Bis er diesen aber verwirklichen konnte, musste er verschiedene Arbeitsstellen annehmen. „Meine erste Stelle als Hilfsskilehrer war im Ötztal“, sagt er. Als Skilehrer im Gadertal lernte er seine 2015 gestorbene Frau Cäcilia kennen. Seinen Lebensunterhalt verdiente sich Vigil Kuprian aber nicht nur als Skilehrer in Südtirol und darüber hinaus, sondern auch als gesuchter Bergführer. Und das Passeiertal stand stets im Mittelpunkt Kuprians. <h3>Arme Gemeinde</h3>Und die mit eigenem Körpereinsatz erbaute Pension „Panorama“ in Pfelders führte lange Zeit seine Frau, bis sie krankheitsbedingt nicht mehr konnte und „Gilli“ seine anderen Berufe aufgeben musste, um den Betrieb weiterzuführen. Als langjähriges Vorstandsmitglied der Pfelderer Liftgesellschaft, der heutigen Bergbahnen Pfelders GmbH, als Gründer der Bergrettung Pfelders und der Bergführervereinigung Passeier-Schnals sowie als Gemeindeverwalter und Verantwortungsträger im Tourismusverein war Vigil Kuprian viel unterwegs für die Allgemeinheit.<BR /><BR />„Es hat jeden gebraucht, damit wir das Hinterpasseier, besonders Pfelders, weiterentwickeln konnten“, meint er. Die Nutzung der Wasserkraft habe dann viel Geld ins Tal gebracht. „Früher war Moos eine der ärmsten Gemeinden im Land“, erinnert er. „Heute fehlt es uns an nichts, trotzdem braucht es Fleiß und Gottvertrauen, was ich immer wieder vermisse.“ Das kirchliche Leben habe man früher viel mehr geschätzt, sagt der langjährige Pfarrgemeinderatspräsident von Pfelders. <BR /><BR />„Gottvertrauen hilft. Das hat auch mich weitergebracht, denn mein Leben hing nach Unfällen 2-mal an einem seidenen Faden. Und meine Frau hatte 3 Fehlgeburten und ist daran zerbrochen“, betont Kuprian. Die Pension „Panorama“, das Lebenswerk von „Gilli“ Kuprian, gibt es nicht mehr: Die Familie Schweigl hat sie umgebaut und führt sie als Residence weiter.