„Mir ist etwas Furchtbares zugestoßen, das meine Laufbahn unwiederbringlich in eine andere Richtung gelenkt und meine Seele ernsthaft verletzt hat“, schreibt sie in ihrer Biografie „Immer wieder aufstehen“. „Im Bruchteil einer Sekunde wurde meine Persönlichkeit nachhaltig verändert.“ Sie erzählt von Angstzuständen, Depressionen und Essstörungen.Das Turnier lief weiter, zum Entsetzen von Seles. Der Täter wurde nach einem halben Jahr in Untersuchungshaft zu einer Bewährungsstrafe veurteilt. „Brutal und schlagartig traf mich die Erkenntnis, dass mir nie die erhoffte Gerechtigkeit widerfahren würde“, so Seles. Auch Steffi Graf hatte damals erklärt, nicht verstehen zu können, wie der Mann den „Gerichtssaal in die Freiheit verlassen“ könne.Erst mehr als zwei Jahre später kehrte Seles auf die Tour zurück. So erfolgreich wie vorher spielte die jüngste French-Open-Siegerin der Geschichte nie wieder. In Deutschland trat sie nie mehr an.dpa