Von 12.527 Mietern des Wohnbauinstituts zahlen derzeit 61 Prozent weniger als 200 Euro Miete, darunter 20,7 Prozent nur 50 Euro. Im Juni hat der Landtag eine Reform des Wobi beschlossen. Jetzt hat Landesrätin Waltraud Deeg den Sozialpartnern die Durchführungsverordnungen dazu vorgelegt – und künftig wird ein anderer Wind wehen. Das wollen die Gewerkschaften mit einem gemeinsamen Forderungskatalog, der Deeg am Dienstagabend überreicht wurde, nicht so hinnehmen.<h3> „Ab Mitte 2023 werden die Mieten quer durch die Bank steigen“</h3>Denn: Künftig wird der soziale Mietzins mit 35 Prozent des Landesmietzinses berechnet. „Das führt dazu, dass bei neuen Mietverträgen ab Mitte 2023 die Mieten quer durch die Bank steigen“, sagt Dodo Detassis (UIL/SGK). Je nach Einkommen und Familiensituation könne der Anstieg auch 30 bis 40 Prozent betragen. „Wir haben errechnet, dass eine Familien mit 2 Kindern statt 150 künftig 240 Euro hinblättern müsste“, so Tschenett. <BR /><BR />Sauer stößt den Gewerkschaften zudem auf, dass in Klimahaus-A-Wohnungen künftig ein Mietzuschlag verlangt wird. „Was sich die Leute an Nebenkosten sparen, zieht man ihnen bei der Miete wieder aus der Tasche“, so Donatella Califano (SGB/CISL). Immobilien abzustoßen, mache zudem keinen Sinn. „Ist das Tafelsilber erst verscherbelt, fehlt es an Baugründen, um neue Wohnungen zu kaufen.“ Das Wobi, so Tschenett, sollte wie früher wieder Wohnungen anmieten.<h3> Neuer Arbeitstisch ab 7. November</h3>Eines haben die Gewerkschaften erreicht: Um die Mietsteigerungen anhand konkreter Beispiele zu überprüfen, wurde ein Arbeitstisch eingerichtet, der sich am 7. November trifft. <BR /><BR />Landesrätin Deeg spricht von moderaten Mietanpassungen. „Sie gelten nur für neue Verträge und damit für Leute, die von einem sehr hohen privaten Mietmarkt kommen und beim Wobi gute Voraussetzungen finden.“ Die künftigen Mieten seien auf EEVE-Basis der jeweiligen Einkommens- und Familiensituation angepasst und „auf alle Fälle sozial vertretbar“, meint die Landesrätin.