<b>STOL: Herr Ausserhofer, wie kommt man auf die Idee einen Film namens „Speckknedlmafia“ zu drehen?</b><BR />Markus Ausserhofer: Mein Ziel ist es, kreative und teils absurde Geschichten zu erzählen. Niemand hat auf die Speckknödelmafia gewartet und genau deshalb ist sie jetzt hier.<BR /><BR /><b>STOL: Worum geht es in „Speckknedlmafia“?</b><BR />Ausserhofer: Paul Pircher hat die Nase voll, nur ein einfacher Bauarbeiter zu sein, er möchte Karriere machen und sieht seine Chance in der Speckknödelmafia aufzusteigen. Die Speckknödelmafia hält das Monopol am Vertrieb von Knödeln in Südtirol und ist nicht zimperlich dabei, dieses Monopol zu verteidigen. Mike hat erst vor Kurzem die Organisation von seinem Vater übernommen, er und Paul verstehen sich auf Anhieb gut, doch längst nicht jeder ist mit Mikes Führungsstil einverstanden.<BR /><BR /> Trotz fallender Absatzzahlen hält Mike eisern am Dogma fest, allein Speckknödel und keine anderen Knödel zu vertreiben. Paul und seine neue Mitstreiterin Vera knöpfen eines Tagen einem kleinen Dealer einen Pressknödel von außergewöhnlicher Qualität ab, dieser Pressknödel birgt ein Geheimnis, das die Speckknödelmafia erschüttern wird. Interne Querschläger, sinkende Absatzzahlen und die Angst vor einem Saboteur aus den eigenen Reihen machen Mikes Organisation so angreifbar wie noch nie und es dauert nicht lange, bis fremde Kräfte ihre Chance wittern.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="803222_image" /></div> <BR /><BR /><b>STOL: Jetzt wird der eine oder anders sagen: Eine klischeebeladene Komödie. Gibt es in der Geschichte aber auch etwas Tiefgründiges?</b><BR /><BR />Ausserhofer: Absolut. Eine klischeebeladene Komödie zu inszenieren, würde mich nicht reizen. Die Speckknödel sind letztendlich Mittel zum Zweck, sie sind als Metapher zu verstehen, sie sorgen für eine gewisse Grundabsurdität und verleihen dem Ganzen satirischen Charakter.<BR />Die Handlung jedoch, die sich rund um die Speckknödel entfaltet, geht in die Tiefe und behandelt Themen wie Wandel, Verlust, Loyalität und Reue.<BR /><BR /><b>STOL: Welchem Genre kann man den Film zuordnen: Komödie, Drama, Action, oder lässt sich der Film keinem Genre zuordnen?</b><BR /><BR />Ausserhofer: Drama und Gangsterfilm treffen es wahrscheinlich ganz gut, hinzu gesellt sich allerdings noch ein gewisses Maß an Absurdität und Skurrilität. Als reine Komödie würde ich den Film nicht bezeichnen. Ich freue mich aber, wenn sich viele selbst ein Bild davon im Kino machen.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="803225_image" /></div> <BR /><BR /><b>STOL: Gesprochen wird im Film ausschließlich im Südtiroler Dialekt. Bewusst? Dadurch wird es beispielsweise schwierig, den Film in Deutschland zeigen zu können…</b><BR /><BR />Ausserhofer: Dieser Film ist eine kleine Produktion, die von einer kleinen Gruppe von filmbegeisterten Südtirolern für das heimische Publikum gedreht wurde. Die Sprache ist daher bewusst gewählt. Dialekt zu sprechen, verleiht der Handlung und den Figuren maximale Authentizität und sorgt gleichsam für ein gewisses Alleinstellungsmerkmal.<BR />Ebenso den deutschen Markt ins Auge zu fassen, wäre etwas für zukünftige Projekte.<BR /><BR /><BR /><b>STOL: Wo wurde der Film gedreht?</b><BR /><BR />Ausserhofer: Gedreht wurde an verschiedenen Ortschaften im Pustertal, vor allem in Bruneck und Umgebung.<BR /><BR /><b>STOL: Wie schwierig ist es, so einen Film zu finanzieren?</b><BR /><BR />Ausserhofer: Wir haben die Kosten für dieses Projekt vollständig selbst getragen. Unsere Filmcrew bestand lediglich aus zwei Personen und einem Kameramann. Meine Überzeugung als Regisseur ist es, dass auch mit sehr geringen Mitteln ein kluger und unterhaltsamer Spielfilm entstehen kann, mit diesem Film wollen wir dies unter Beweis stellen.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="803228_image" /></div> <BR /><BR /><b>STOL: Was erwarten Sie sich von diesem Film?</b><BR /><BR />Ausserhofer: Es ist mein erster Film, der es in die Kinos schafft, dadurch ergibt sich erstmals die Gelegenheit, mich einem breiteren Publikum vorzustellen. Ich freue mich daher auf reges Feedback, dazuzulernen und erhoffe mir darüber hinaus, konkreter in die Filmbranche eintauchen zu können.<BR /><BR /><b>STOL: Wie geht es nach „Speckknedlmafia weiter?</b><BR />Ausserhofer: Ich werde mich weiterhin bemühen zur Filmlandschaft in Südtirol beitragen zu dürfen, doch zunächst hoffe ich, dass so viele wie möglich der „Speckknedlmafia“ eine Chance geben, sie zu unterhalten.<BR /><BR /><i>„Speckknedlmafia“ ist ab dem 8. September im Odeon in Bruneck, sowie in den Cineplexx in Bozen und Algund zu sehen.</i>