Mittwoch, 25. Mai 2016

Paul McCartney: Alkohol nach Beatles-Aus

Nach der Auflösung der Beatles ist Paul McCartney dem Alkohol verfallen und hätte die Musik beinahe ganz an den Nagel gehängt. Das sagte der Ex-Beatle in einem Interview mit dem britischen Radiosender BBC, das am Dienstag in Auszügen veröffentlicht wurde. Im Interview schildert McCartney auch sein Verhältnis zu John Lennon.

Paul McCartney hat erstmals in einem Interview eingestanden, dass ihn das Beatles-Ende schwer getroffen habe.
Paul McCartney hat erstmals in einem Interview eingestanden, dass ihn das Beatles-Ende schwer getroffen habe. - Foto: © LaPresse

„Ich brach mit meinen lebenslangen Freunden und wusste nicht, ob ich weiter Musik machen würde“, beschreibt der 73-Jährige die Zeit nach der Auflösung der legendären Band im April 1970. „Ich habe zur Flasche gegriffen. Ich habe zum Whiskyglas gegriffen. Zuerst war es großartig, dann hatte ich plötzlich gar keine gute Zeit mehr“, schildert McCartney seine Flucht in den Alkohol. „Es funktionierte nicht.“ Daher habe er Ende 1971 schließlich seine neue Band Wings gegründet.

Die Band, in der McCartneys damalige Frau Linda mitspielte, fing mit Überraschungsauftritten vor Studenten an. Mit der Zeit hatte die Band Erfolg, der allerdings bei weitem nicht mit dem der Beatles vergleichbar war. McCartney räumt in dem Interview ein, dass die Kritik an den Wings zum Teil gerechtfertigt gewesen sei, zumal seine Frau am Keyboard noch Anfängerin gewesen sei.

„Um fair zu sein – wir waren nicht so gut. Wir waren schrecklich“, sagt der Ex-Beatle. „Wir wussten, dass Linda nicht spielen konnte, aber sie lernte es, und im Rückblick bin ich wirklich froh, dass wir das gemacht haben.“ Linda McCartney starb 1998 an Brustkrebs.

In dem Interview spricht McCartney auch über seinen ehemaligen Bandkollegen John Lennon. Zum Glück hätten sie ihren Streit begraben, bevor Lennon 1980 erschossen wurde. „Denn es wäre ziemlich schwierig gewesen, damit umzugehen, wenn... na ja, es war auch so sehr schwierig“, sagt der Brite über Lennons Tod, für den er 1982 den Song „Here Today“ schrieb.

Auch wenn er sonst nicht viel über seine Gefühle spreche, habe er Lennon in dem Song gesagt, dass er ihn liebe, sagt McCartney. Auch die Rivalität mit Lennon zu Beatles-Zeiten bewertet McCartney positiv, weil sie ihn zu Bestleistungen angespornt habe. „Wenn John mit einem brillanten Song kam, meinte ich, 'ok, versuche, noch brillanter zu sein'.“ Das BBC-Interview mit McCartney soll am Samstag in voller Länge ausgestrahlt werden.

apa/afp

stol