Das besondere ist, dass Zippl eigentlich ein gelernter Tischler ist und erst danach die besondere Liebe zur Kochkunst entdeckt hat.<BR /><BR /><BR />Bereits seit 1926 werden die begehrten Michelin-Sterne an ganz besondere Restaurants vergeben. Diese Ehre wurde jetzt dem Oberbozner Spitzenrestaurant „1908“ mit Spitzenkoch Stephan Zippl zuteil. Wohl weil er nach dem von ihm entwickelten re:vier-Konzept mit besten heimischen Produkten vom Ritten und aus der nächsten Umgebung kocht, erhielt er zudem den Grünen Stern. Staatsweit tragen derzeit lediglich 30 Restaurants den Grünen Stern.<BR /><BR />Der weltweite bekannte Guide Michelin zeichnet nämlich alle Jahre wieder die besondere Exzellenz der Südtiroler Gastronomie aus. Dabei rücken Jahr für Jahr talentierte Chefköche und Chefköchinnen mit Alleinstellungsmerkmalen in den Mittelpunkt, die dank der Verwurzelung mit der eigenen Tradition und dem Mut zum Experiment ihre kulinarischen Visionen umsetzen. <BR /><BR />Ein begehrter Stern der Kochkunst ehrt jetzt den Oberbozner Spitzenbetrieb „1908“. Schon am Eingang ist ein eindeutiges Bekenntnis zu lesen: „Für uns ist Nachhaltigkeit mehr als nur saisonal gebundene Regionalität: Wir legen Wert auf die Unterstützung kleiner, lokaler Kreisläufe, eine gute und faire Zusammenarbeit mit unseren Lieferanten und den besonnenen Umgang mit unseren Ressourcen“.<BR /><BR /> Zudem versucht das Restaurant, die Produkte möglichst von Produzenten aus der nächsten Umgebung zu beziehen. Bei jenen wenigen Produkten, die in Südtirol nicht zur Verfügung stehen, „achten wir noch mehr auf Qualität, Nachhaltigkeit und faire Erzeugung“, lautet das Motto.<BR /><BR />Wir sprachen mit dem Rittner Sternekoch über seine Kochkunst.<BR /><b><BR />Herr Zippl, waren sie überrascht, als sie von der Auszeichnung mit dem renommierten Michelin-Stern erfuhren?</b><BR /><BR />Stephan Zippl: Ja, ich habe mich natürlich sehr gefreut, als ich letzte Woche einen Anruf von Michelin Italien erhalten habe und mir mitgeteilt wurde, dass ich zur Zeremonie eingeladen werde. Dass es dann mit der Auszeichnung geklappt hat, ist eine riesen Anerkennung und Genugtuung zugleich.<BR /><BR /><b>Wussten Sie, dass der Michelin-Test-Esser im Restaurant war oder haben sie erst später davon erfahren?</b><BR />Zippl: Nein, wir wussten nicht, wann die Inspektoren bei uns im Restaurant waren. Diese sind immer anonym unterwegs und ich persönlich glaube, dass sie nicht nur einmal, sondern wohl mehrere Male im Restaurant „1908“ gegessen haben. <BR /><BR /><embed id="dtext86-52087993_quote" /><BR /><BR /><b>Waren Sie immer schon ein leidenschaftliche Koch?</b><BR />Zippl: Seit ich Koch bin, schon. Eigentlich bin ich als gelernter Tischler ein Quereinsteiger, und habe erst mit 20 Jahren in Brixen die Ausbildung zum Koch absolviert und auch mehrere Kochkurse besucht. Ich hatte mich davor schon durch meine Laufbahn im professionellen Radsport vermehrt mit Ernährung auseinandergesetzt. So kam es letztendlich zu meinem Einstieg in den Kochberuf.<BR /><BR /><b>Was ist ihr gastronomisches Erfolgsgeheimnis?</b><BR />Zippl: Die besten heimischen Produkte vom Ritten dienen mir als Inspiration und Grundlage für meine Gerichte. Meiner Küchen-Philosophie folgend sollten sich alle meine Gerichte durch 4 Komponenten auszeichnen: süß, sauer, pikant und knusprig.<BR /><BR /><b>Nennen Sie bitte ein Beispiel für heimische Produkte.</b><BR />Zippl: Wir verwenden dank der guten Zusammenarbeit mit unseren Bauern z.B. Karamell- und Weinbeeren, die es nur hier gibt. Zudem findet man auf der Speisekarte im „1908“ nur heimisches Lamm, Kalb- oder Hischfleisch, oder beispielsweise das Wagyu, das hier am Ritten gezüchtet wird.