Mittwoch, 21. März 2018

Radtrainer drillt Schützlinge direkt vom Auto aus

Bei einem Rennen der Juniorenradmannschaft in der Toskana herrschten widrige Wetterbedingungen. Es regnete in Strömen und war eiskalt. Dem Trainer des Unicash Due C Teams, waren die Wetterverhältnisse egal. Er fiel vor allem durch harte Worte und heiße Ansagen auf.

Der Trainer der Juniorenrad-Mannschaft Unicash Due C macht seinen Sprösslingen ordentlich Druck.
Der Trainer der Juniorenrad-Mannschaft Unicash Due C macht seinen Sprösslingen ordentlich Druck.

Beim Radrennen „Coppa Paoli Bettini“ in der Toskana sorgte vor allem ein Video des Trainers des Teams Unicrash Due C für Aufsehen. Unter extremen Wetterbedingungen hetzte er seine Sprösslinge durch die Veranstaltungen. Leid taten ihm die Spitzensportler keineswegs, ganz im Gegenteil, er forderte sie mit knallharten Ansagen dazu auf, noch schneller weiterzufahren und die Partie zu gewinnen.

Das Rennen war wirklich keine leichte Aufgabe für die jungen Athleten, denn sie mussten dreimal einen Rundkurs von 33 Kilometern absolvieren, also insgesamt eine Strecke von fast 100 Kilometern.

Das Facebook Video wurde ein Hit: Massimo Salvadori, der Trainer der Juniorenmannschaft des Radsports, fuhr während eines Rennens hinter der Fahrermannschaft her. Als er einen seiner Schützlinge sah, fuhr er neben ihm her und fragte ihn zunächst wie es ihm geht. Dieser jammerte und sagte, dass er zum einen etwas Stärkung brauche und zum anderen tierisch zu kalt habe.

Der Trainer reichte ihm aus dem Wagen etwas Flüssignahrung und begann dann den Jungen zu schimpfen: „Schalte einen Gang zurück und trete ordentlich in die Gaspedale, dann wird dir die Kälte schon vergehen.“ Dann fuhr er weiter.

Kurze Zeit später bemerkte er einen weiteren Fahrer seiner Mannschaft und fuhr mit seinem Auto neben diesem her. Auch er bemerkte, dass er Hunger und fürchterlich zu kalt habe. Salvadori platzte bei dieser Aussage anscheinend völlig der Kragen: „Ich weiß, dass du zu kalt hast, du bist nicht der einzige. Willst du in meinen Wagen einsteigen?“ „Nein“, meinte der Sprössling und dann brüllte der Trainer weiter: „Ich drehe jetzt um und fahre zurück in die Bar, komm auch, dann bekommst du einen warmen Tee und du kannst dich wärmen.“ „Grinta, ci vuole, Grinta! È un sport di merda“ („Kampfgeist, braucht es, Kampfgeist. Es ist ein Scheißsport.“), schrie Salvadori schlussendlich noch hinterher.

Das Video spaltet die Geister: Mit knapp 170.000 Klicks erreicht es auf jeden Fall eine große Bandbreite an Online Nutzern. Einige beschweren sich über das Verhalten des Trainers – er sei viel zu grob und hätte keinerlei Einfühlungsvermögen. Andere loben ihn und sind der Meinung, dass man ohne eine bestimmte Härte als Leistungssportler keinen Erfolg haben kann.

Für die Mannschaft war das Rennen jedenfalls ein großer Erfolg: Bei der Coppa Paolo Bettini belegten 2 Fahrer seines Teams die ersten beiden Plätze.

stol 

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