Freitag, 03. April 2015

Reinhold Messner: Gipfelkreuze in den Alpen sind "Humbug"

Extrembergsteiger Reinhold Messner polarisiert nicht zum ersten Mal. Mit einem provokanten Beitrag in einem evangelischen Online-Magazin, in dem er Gipfelkreuze in den Alpen als „Humbug“ bezeichnet, erntet er harsche Kritik.

Das Gipfelkreuz des Magersteins oberhalb Rein in Taufers (Foto: Egon Chisté)
Das Gipfelkreuz des Magersteins oberhalb Rein in Taufers (Foto: Egon Chisté)

Konkret schreibt Messner - pünktlich zur Karwoche - im evangelischen Magazin Chrismon.de: „Das Kreuz ist das christliche Symbol schlechthin. Die Gipfel aber, die doch der ganzen Menschheit gehören, sollten nicht mit dieser einen Weltanschauung besetzt werden.“ Deshalb seien sie ein „Symbol der Eroberung“ und eben "Humbug".

Der Vorsitzende des Ökumene-Ausschusses in der bayerischen Landessynode, Fritz Schroth, erklärte gegenüber der Evangelischen Nachrichtenagentur idea, dass es bei ihm „ungläubiges Kopfschütteln über so viel Unverständnis, ja Unsinn“ auslöse, wenn Messner die Berge von den Kreuzen „befreien“ wolle.

Es mache Schroth „ratlos“, wenn gerade das zum Großteil von der Evangelischen Kirche Deutschlands finanzierte Magazin Chrismon „den seltsamen religionsvermischenden Gedanken Messners Raum gibt“.

Messners Kritik an Gipfelkreuzen ist nicht neu. Bereits 2005/2006 hatte er in Interviews mit dem "Corriere della Sera" und der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" behauptet, Gipfelkreuze verschandelten die Bergwelt in Südtirol und dass sie verschwinden sollten.

STOL/ds.

stol