Was man sonst noch über Minischweine und deren artgerechte Haltung wissen sollte.<BR /><BR />Minischweine wurden Anfang der 1940er Jahre gezüchtet, um in Versuchslaboren Futter- und Platzkosten zu sparen. Heute sind sie vielerorts beliebte Haustiere, die häufig unterschätzt werden. Aufgrund ihres Namens denken viele, diese Tiere bleiben ihr Leben lang klein, doch das ist leider nicht immer der Fall.<BR /><BR />Unter den Bezeichnungen Minischweine, Minipigs oder Teacup-Schweine werden verschiedene Schweinerassen zusammengefasst und so können diese sogenannten „Minischweine“ ein Gewicht von 12 bis 100 Kilogramm und sogar mehr erreichen. Wie groß ein Minischwein wird, lässt sich nur ungefähr abschätzen, wenn die Eltern und deren Größe bekannt sind. Zudem können diese Tiere bis zu 15 Jahre alt werden. Dessen sollte sich jeder bewusst sein, der sie sich als Haustiere anschaffen möchte. Außerdem gilt für Schweine in Südtirol Meldepflicht – auch wenn sie nur als Haustiere gehalten werden, müssen sie in der Viehdatenbank des Landes eingetragen sein.<h3> Haltung und Beschäftigung</h3>Wie ihre großen Artgenossen haben Minischweine einen eigenen Kopf und brauchen viel Auslauf, Wühlmöglichkeiten und artgerechte Beschäftigung. Sie sollten niemals alleine, sondern mit mindestens einem Sozialpartner gehalten werden.<BR />  <BR />Da diese Tiere sehr reinlich sind, muss ihr Stall und der Fressplatz mehrmals pro Woche gereinigt werden. Neben frischem Stroh benötigen Schweine auch einen kleinen Sandkasten oder ein kleines Becken, das mit Hilfe eines Wasserschlauchs zur Suhle wird, in der sie sich wälzen können.<h3> Das richtige Futter</h3>Ein Minischwein frisst pro Tag bis zu 2 Prozent seines aktuellen Körpergewichts. Handelsübliches Schweinefutter eignet sich für Teacup-Schweine nicht, da dies in der Regel Mastfutter ist. Besser ist ein Futter aus geschrotetem Getreide wie Gerste, Hafer, Mais und Weizen. Dieses kann mit Wasser zu einem Brei verquollen und mit Mineralien für Schweine vermengt werden. Dabei unbedingt auf die Dosierung achten oder die Mineralien weglassen und einen Salz- und Mineralstein anbieten.<BR /><BR />Schweine knabbern gerne an Ästen mit Blättern, Baumrinde und Tannenbäumen. Als Leckerli bzw. ab und zu eignen sich getrocknetes Brot (frisches bläht auf!), Trockenobst und frisches Gemüse wie Auberginen, Fenchel, Möhren, Kartoffeln, Kohl, Gurken, Salat, Tomaten, Zucchini… Frisches Obst wie Äpfel, Bananen, Birnen oder Wassermelone sollte nur in Maßen angeboten werden, da es viel Fruchtzucker enthält. Auf Essensreste sowie auf alles Zuckerhaltige und Schokolade sollte lieber verzichtet werden.<h3> Krankheiten</h3>Wenn sich die Haut des Minischweins rot verfärbt oder es hohes Fieber hat, dann bitte nicht zögern, sondern sofort ab zum Tierarzt. Dann kann es sich um die Schweinekrankheit Rotlauf handeln. Auch andere Schweinekrankheiten wie die Maul- und Klauenseuche oder die Schweinepest führen zu hohem Fieber – beide sind anzeigepflichtige Tierseuchen!<BR />