<b>Im Sommer sind wir abenteuerlustiger, sexuell aktiver und generell besser drauf…Woran liegt das?</b><BR />Petra Massardi: Mit den zunehmenden Tages- und Sonnenstunden verändert sich unser Hormonhaushalt bereits im Frühling. Im Winter dominiert das Schlafhormon Melatonin, das durch die längere Dunkelheit vermehrt ausgeschüttet wird. Wir sind müde und weniger aktiv. Sonne und Helligkeit im Frühjahr drosseln das Melatonin. Stattdessen werden vermehrt die Glückshormone Serotonin und Dopamin produziert. Diese werden durch den Sonnenschein stärker ausgeschüttet, sorgen für Glücksgefühle und erleichtern das Verlieben.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="922711_image" /></div> <BR /><BR />Glückshormone nehmen Ängste und Unsicherheiten und steigern den Drang nach Aktivität. Wir fühlen uns selbstsicherer und mutiger, was uns wiederum leichter auf andere Menschen zugehen lässt.<BR />Das Leben verlagert sich mehr nach draußen. Wir haben mehr Kontakt mit anderen, also auch mehr Möglichkeiten Menschen kennenzulernen und uns zu verlieben.<BR /><BR />Die bunten und kräftigen Farben, die im Frühling und im Sommer zu sehen sind, als auch die verschiedenen Gerüche, von Blumen oder frischem Gras, oder Konzerte, die wieder mehr gespielt werden, kitzeln, nach den oft zu lagen und dunklen Wintermonaten, unsere Sinne wach und wir fühlen uns lebendiger. Auch bleiben Regenjacke und Wintermantel im Schrank. Die Kleidung wird luftiger, kürzer und zeigt mehr Haut. <BR />Das alles sind Zutaten, die unsere Lust erwecken.<BR /><BR /><b>Welchen Einfluss hat das Essen? Im Sommer essen wir meist ja nicht so schwer wie im Winter...</b><BR />Petra Massardi: Ich bin keine Ernährungsexpertin. Die Forschung hat aber festgestellt, dass leichte Kost und leichter Hunger (bei gesunden Menschen) mehr Lust auf Sex machen. Weniger zu essen, als bis man sich voll satt fühlt, hebt unsere Stimmung, wir schlafen tiefer, fühlen uns am nächsten Tag erholter. Wir sind insgesamt durchlässiger, unser Körper ist weniger mit Verdauungsprozessen beschäftigt. Ich denke, dem können wir alle zustimmen, dass uns nach einer deftigen Mahlzeit eher nach einem Verdauungsschlaf ist, als nach einem Liebesspiel.<BR />Es gibt einige Lebensmittel, denen eine aphrodisierende Wirkung nachgesagt wird, u.A. Erdbeeren, Spargel, Avocado, Granatapfel, Austern, verschiedene Gewürze, oder Ingwer…‚„hilfts nicht, schadets nicht“ - unsere Libido ist etwas komplexer gestrickt, als dass sie sich von ein paar Erdbeeren einladen lässt. Wobei gegen ein paar frische Erdbeeren absolut nichts einzuwenden ist.<BR /><BR /><embed id="dtext86-60241885_quote" /><BR /><BR /><b>Sind wir im Sommer auch experimentierfreudiger, was Sex angeht?</b><BR />Petra Massardi: Ja, wenn wir uns selbstsicherer und mutiger fühlen, trauen wir uns auch mehr unsere Wünsche zu äußern und auch mal etwas Neues auszuprobieren. Zudem kommt, dass wir uns mehr draußen aufhalten und dabei oft und auch vermehrt Alkohol konsumiert wird. Unter Alkohol-Einfluss verliert man seine Hemmungen und Ängste. Außerdem wird der Botenstoff Dopamin freigesetzt, der für ein Glücksgefühl sorgt. Das kann uns experimentierfreudiger machen, aber auch Dinge tun lassen, die wir am nächsten Tag bereuen. <BR /><BR /><b>Wird im Sommer dementsprechend mehr fremdgegangen?</b><BR />Petra Massardi: Aus online Befragungen geht hervor, dass die Fremdgehwahrscheinlichkeit im Sommer für Frauen und Männer um 43 Prozent, im Juli sogar um 89 Prozent gegenüber dem Jahresdurchschnitt steigt. <BR /><BR /><b>Merken Sie in Ihrem Beratungsalltag ganz konkret einen Unterschied zwischen Sommer und Winter? Ist die Arbeit in der Paarberatung im Sommer leichter?</b><BR />Petra Massardi: Tatsächlich hatte ich im Sommer bisher immer weniger neue Beratungsanfragen, als zu anderen Jahreszeiten. Ich nehme an, dass auch die sonst oft drückenden Paarthemen im Sommer auch aus vorher genannten Gründen „leichter“ wirken und weniger ins Gewicht fallen. Bei Paaren, die ich in den letzten Jahren durch die Sommermonate begleitet habe, zeichnete sich eine höhere Bereitschaft ab, sich ihrer Partnerschaft zu widmen-im Sommer wird oft weniger gearbeitet und es scheinen mehr Kraft-und Zeitressourcen zur Verfügung zu stehen.<BR /><BR /><b>Die Libido ändert sich ja im Laufe des Jahres? Wann ist die Libido bei Frauen, wann bei Männern am höchsten?</b><BR />Petra Massardi: Tatsächlich steigt bei Männern der Spiegel des Sexualhormons Testosteron in Frühling und Sommer um etwa 30 Prozent. Das wirkt sich positiv auf ihre Psyche aus. Männer fühlen sich bei einem hohen Testosteronspiegel wohler als sonst. Ob es deswegen zu mehr sexueller Aktivität kommt, ist allerdings nicht wissenschaftlich bewiesen.<BR />Frauen haben keine solche Hormonsteigerung abhängig von den Jahreszeiten – Östrogen wird im Frühling und Sommer nicht vermehrt produziert. Trotzdem zeigen Frauen „Frühlingsgefühle“, einen größeren Wunsch zur Partnersuche und eine gesteigerte Libido. Die Libido verändert sich vielmehr in und durch verschiedenen Lebensphasen. So ist die Libido im Laufe eines Tages unterschiedlich, oder verändert sich bei Frauen in den unterschiedlichen Phasen der Menarche. Häufig erleben frischgebackene Eltern, Frauen in den Wechseljahren, oder Männer mit zunehmenden Alter einen Libido Verlust. Oder aber ist die Libido bei frisch verliebten Paaren deutlich höher, als bei Langzeitpaaren. Die Libido ist letztlich aber etwas sehr Individuelles und lässt sich nicht in eine Schublade packen.<BR /><BR /><embed id="dtext86-60241889_quote" /><BR /><BR /><b>Noch eine generelle Frage: Wie kann man die Libido steigern? Haben Sie hier Tipps?</b><BR />Petra Massardi: Wir dürfen die Libido und Sexualität nicht als etwas Getrenntes von unserem restlichen Leben sehen. Grundsätzlich gilt es der Frage nachzugehen: führe ich ein Leben, auf das ich wirklich Lust habe, in dem ich mich lebendig fühle? „La fame viene mangiando.“ Und so verhält es sich auch mit unserer Libido: Gibt es Phasen, in denen wir aufgrund verschiedener Umstände wenig oder kaum Sex haben, wird es schwieriger wieder in ein aktives Sexleben zu finden, als für jene, die sich regelmäßig körperlich begegnen und die Lust sozusagen öfter einladen. Sex – Solosex mit eingeschlossen - kann also die Lust auf Sex steigern. Grundsätzlich gilt: niemand MUSS Sex haben. Aber wenn, dann bitte „Sex, der es wert ist gewollt zu werden“ – wie es der renommierte Sexualtherapeut Ulrich Clement zu sagen pflegt. Viele Paare haben sich in einer Art „Restesexualität“ eingefunden, die zielsicher und nach wohlbekanntem Skript verläuft. Da schläft auch die noch so feurige Lust mit der Zeit ein. Es ist doch viel spannender zu schauen, worauf habe ich heute Lust? Was entsteht aus dem Moment heraus? Und wohin führt es uns gemeinsam? Wie in einem angeregten Gespräch auf Körperebene. Und ja, wir dürfen und müssen auch Sprechen beim Sex, uns gegenseitig mitteilen, was passt und was nicht, was wir uns wünschen. Gedanken lesen ist – inklusiver hoher Fehlerquote - nach wie vor Wenigen vorbehalten. Nur so ist erfüllende Sexualität und die Lust darauf möglich. Last but not least befeuert ein freier Atem, eine Verbindung auf emotionaler Ebene und ein beweglicher Körper unsere Libido.<h3> Zur Person und Kontaktdaten</h3>Petra Massardi ist Körpertherapeutin, Sexual-und Paarberaterin, Beckenbodentherapeutin, Referentin für sexuelle Bildung und Körpertherapie und Leiterin von Frauen-und Paargruppen. Mehr Informationen gibt es <a href="https://www.facebook.com/liebesexbeckenboden" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">hier auf FB</a> oder <a href="https://www.best-lover.de/petra-massardi/" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">hier</a>.<BR /><BR />Telefonnummer: 3479015837<BR />E-Mail: <a href="mailto:petramassardi@gmx.net" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">petramassardi@gmx.net</a><BR /><BR /> <a href="https://www.stol.it/artikel/chronik/flaute-im-bett-so-finden-sie-zurueck-in-ein-leben-voller-lust" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">Hier erfahren Sie mehr zum Thema.</a><BR /><BR />