Mittwoch, 07. März 2018

Tag der gesunden Ernährung

Der 7. März ist der Tag der gesunden Ernährung. Dazu hat die Kampagne MahlZeit einen Aufruf gestartet, die Menschen zurück zum Genuss zu bringen. Genussvolles Essen ist für Körper und Geist gesünder. Wer möglichst schnell und möglichst viel hinunterschlingt, isst am Genuss vorbei.

Genuss ist kein bloßer Konsum. Genuss ist ein bewusster Umgang mit den positiven Dingen des Alltags.
Genuss ist kein bloßer Konsum. Genuss ist ein bewusster Umgang mit den positiven Dingen des Alltags. - Foto: © shutterstock

Wer sich Genuss erlaubt, lebt gesünder. Dies ist die Botschaft des heurigen Tages der gesunden Ernährung am 7. März, den der Deutsche Verband für Ernährung und Diätetik e.V. ausgerufen hat. Doch „Genuss geht nicht nebenbei“ sagt die Ernährungswissenschaftlerin Ivonne Daurú von der Kampagne „MahlZeit“. „Genießen bedeutet, bewusst auszuwählen, was einem gut tut, sich Zeit für den Genuss zu nehmen, ihm seine volle Aufmerksamkeit zu schenken und dabei alle Sinne zu gebrauchen“

Damit wird klar: Genuss hat mit schnellem Konsumieren nichts zu tun. Wer möglichst schnell und möglichst viel hinunterschlingt, isst am Genuss vorbei und geht sogar ein Risiko ein: „Wenn versucht wird, eine Lust durch Essen zu befriedigen, die durch Essen nicht befriedigt werden kann, wenn also das Essen zur reinen Ersatzbefriedigung wird, kann es zu einer Art Suchtverhalten kommen“, so Daurú.

„Genussvolles Essen ist das Gegenteil von Konsum“

Die vielen Sinne, die durch genussvolles Essen stimuliert werden, kommen durch das moderne Essverhalten immer öfter zu kurz, so die Ernährungsfachfrau: „In unserem Überangebot an Nahrung, bei der Verwendung von Fertigkost, beim Verzehr von zu süßen oder zu salzigen Lebensmitteln verkümmern die für den Genuss so wichtigen Sinne wie Geschmackssinn und Geruchsinn.“ 

Die österreichische Foodtrendforscherin Hanni Rützler schreibt:  „Genuss ist kein bloßer Konsum. Genuss ist ein reflexiver, sprich bewusster Umgang mit den positiven Dingen des Alltags. Durch Bedürfnisaufschub, zum Beispiel durch Essenszeremonien oder das Einhalten bestimmter Essenszeiten, grenzt sich Genuss vom Konsum und von süchtigem Verhalten ab. In anderen Worten: Genießer müssen über ein gewisses Maß an Selbstkontrolle verfügen, um wirklich genießen zu können. Dies erleichtert es ihnen auch, das rechte Maß, sprich die für sie adäquate Essensmenge zu finden und Appetit von Hunger zu unterscheiden.“

Genusspotential soll geschult werden

Die Kampagne „MahlZeit“ nutzt den Tag der gesunden Ernährung zu einem Appell, dem genussvollen Essen wieder mehr Aufmerksamkeit zu schenken. „Einmal am Tag gemeinsam am Familientisch sitzen und frisch zubereitete Speisen zu essen, ist für alle Familienmitglieder die beste Genussschule“, sagt Ivonne Daurú. „Und wer in der Kantine oder im Gasthaus isst, kann auch dort daran arbeiten, sein Genusspotential zu schulen.“

stol

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