Samstag, 29. August 2015

Venedigs Bürgermeister lädt Elton John zu Gay-Pride-Parade ein

Der Bürgermeister von Venedig, Luigi Brugnaro, der am Mittwoch behauptet hatte, unter ihm werde in der Lagunenstadt niemals eine Schwulen- und Lesbenparade stattfinden, rudert zurück.

Elton John - Archivbild
Elton John - Archivbild - Foto: © APA/AP

Der Mitte-Rechts-Politiker erklärte sich bereit, eine Gay-Pride-Parade am Canal Grande zuzulassen, die auch Heterosexuellen offen sei. Der britische Popstar Elton John könnte daran teilnehmen.

„Elton John könnte für uns spielen“, meinte Brugnaro, der sich zuletzt mit dem britischen Popsänger einen medialen Austausch von Unfreundlichkeiten geliefert hatte. Der Bürgermeister klagte, dass seine Worte über die Gay-Pride-Parade instrumentalisiert worden seien. „Ich bin für den Dialog. Ich respektiere das Demonstrationsrecht“, sagte Brugnaro laut italienischen Medien vom Samstag.

„Das ist Schwachsinn, das Maximum an Kitsch“, hatte der konservative Politiker die Gay-Pride-Parade bezeichnet und erklärt, er würde niemals die Genehmigung für eine Veranstaltung dieser Art in Venedig zulassen. Er handelte sich damit scharfe Kritik vonseiten der Homosexuellenverbände ein.

Der 54-jährige Brugnaro lag zuletzt mit Elton John im Clinch. Der Beschluss des Bürgermeisters, getreu seinem Wahlversprechen 49 Bücher aus Schulen und Bibliotheken entfernen zu lassen, die gleichgeschlechtliche Familienbeziehungen darstellen, sorgte bei der Pop-Ikone für Empörung.

„Das schöne Venedig versinkt tatsächlich, aber nicht so schnell wie der rüpelhafte, bigotte Brugnaro“, schrieb Elton John, der zwei Kinder mit seinem Partner David Furnish hat, die von einer Leihmutter zur Welt gebracht worden sind. Brugnaro hatte daraufhin Elton John als „arrogant“ bezeichnet.

apa

stol