Einen besseren, weil glaubwürdigeren Nachfolger für Stefan Leitner hätte die Südtiroler Sporthilfe wohl kaum finden können. Mehr als 20 Jahre lang hatte Leitner den gemeinnützigen Verein zur Förderung von jungen Südtiroler Sportlern als Geschäftsführer aufgebaut und entscheidend geprägt, Ende des vergangenen Jahres übernahm Georg Gasser aus Lana das Ruder. „Es ist ein sehr spannender Job für mich, allerdings kein einfacher, weil viele unterschiedliche Aufgaben zu erledigen und Projekte voranzutreiben sind“, fasst er seine Erfahrungen im neuen Amt zusammen. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="969895_image" /></div> <BR />Vor allem das Förderungsprozedere erfordere viel Aufwand, dazu kommen Behördengänge, die Betreuung von Sponsoren, Sportlern und deren Eltern sowie die Organisation von Veranstaltungen. Zusätzlich zur großen Sporthilfe-Gala gilt es, laufend Benefizveranstaltungen (zum Beispiel die Forst Sporthilfe Golf Charity) über die Bühne zu bringen, außerdem gehören Fortbildungen und Workshops zum Betreuungspaket.<BR /><BR /> Jedes Jahr trudeln etwa 350 Ansuchen von jungen Sportlern bei Gasser ein, allein im vergangenen Jahr konnten dank Sporthilfe 229 Athleten mit insgesamt 188.200 Euro unterstützt werden. <h3> Pro Jahr 350 Ansuchen von jungen Athleten</h3>Somit lässt sich nachvollziehen, dass Georg Gasser, der mit Simone Zöggeler eine kompetente Mitarbeiterin zur Seite hat, immer viel um die Ohren hat, wenngleich er die Strukturen schon etwas länger kennt. Immerhin kam er als ehemaliger Leistungssportler selbst 2-mal in den Genuss der Sporthilfe-Förderung, schnupperte bei Stefan Leitner zudem Praktikantenluft. <BR /><BR />„Nach Abschluss meines Studiums in Innsbruck und meiner sportlichen Karriere ergab sich diese Gelegenheit, da musste ich zuschlagen“, erklärt der langjährige Zehnkämpfer aus Lana. <BR /><BR />Zeitgleich mit dem Amtsantritt zog er mit seiner Partnerin nach Marling, im vergangenen August bekam das Paar Nachwuchs. Somit änderte sich Gassers Leben sowohl in beruflicher wie in privater Hinsicht schlagartig. „Für Freizeitaktivitäten bleibt momentan wenig Zeit“, meint er lächelnd. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="969898_image" /></div> <BR />Immerhin nutzt er die Mittagspause gerne für eine kurze Laufrunde auf den Talferwiesen in Bozen oder trainiert am Abend mit der Freizeit-Volleyballgruppe des SV Lana. Ab und zu fuhr er mit dem Rennrad zur Arbeit – vom neuen Wohnort Marling bis Bozen und retour. <h3> Italienmeister der Zehnkämpfer mit SV Lana</h3>„Ich hatte schon immer einen überdurchschnittlichen Bewegungsdrang und so war nur logisch, dass mich meine Mutter als 6-jährigen Bub zum Sportverein gebracht hat“, blickt Gasser zurück. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="969901_image" /></div> <BR />Im Verlauf seiner langen sportlichen Karriere wandte er sich dem Zehnkampf zu, wo er es bis in die italienweite Spitze schaffte. Zu den größten Erfolgen zählt der Titelgewinn der Italienmeisterschaft mit der Mannschaft des SV Lana im Jahre 2010. <h3> Die Familie der Zehnkämpfer</h3>17 Jahre lang widmete sich Georg Gasser der Leichtathletik, wobei ihm recht bald klar war, dass es für eine internationale Karriere nicht reichen würde. Somit hat er parallel in Innsbruck Sportmanagement und Wirtschaft studiert. Zehnkämpfer sind Einzelkämpfer mit einem stark ausgeprägten Zusammengehörigkeitsgefühl. „Wir haben noch immer einen regen Kontakt miteinander, erst vor wenigen Wochen habe ich eine Gruppe von Zehnkämpfern zum Törggelen nach Südtirol geladen“, sagt der 36-Jährige. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="969904_image" /></div> <h3> Brotbacken als Ausgleich</h3>In der Vergangenheit gab er sein Wissen auch gerne als Trainer weiter, beispielsweise beim Kalterer Sportverein, beim ASV Mühlbach und dem SV Lana. Sport sei eine hervorragende Lebensschule und ein fast schon unverzichtbarer Ausgleich in unserer Gesellschaft, vor allem sei er für die gesunde Entwicklung von Kindern essenziell. Bei all dem Sport darf bei Georg Gasser aber auch ein sinnliches Vergnügen nicht zu kurz kommen: Kochen. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="969907_image" /></div> Letzthin hat er das Brotbacken für sich entdeckt. Er erklärt: „Ich habe begonnen, Sauerteig anzusetzen und selbst zu backen. Das braucht viel Zeit, doch gerade in unserer schnelllebigen Zeit bekommt so ein selbstgemachtes Brot einen besonderen Wert.“ Und wenn es besonders gut gelingt, kommen sogar die Kollegen des Volleyballvereins in den Genuss von einem „Kosterle“. <BR /><BR /><embed id="dtext86-62395872_listbox" />