Stellen Sie sich vor, Sie müssten in Ihrem engsten Umfeld ständig darum kämpfen, wertgeschätzt zu werden. Nur wenn Sie durch außerordentliche Verdienste glänzen, werden Sie mit Anerkennung belohnt und dürfen sich geliebt und am richtigen Platz fühlen. <BR /><BR />Schaffen Sie es hingegen nicht, abzuliefern, so werden Sie mit Gleichgültigkeit oder gar Verachtung bestraft. Wie würden Sie sich verhalten? Als erwachsener Mensch würden Sie wohl früher oder später Ihr Umfeld wechseln. <BR /><BR />Passiert dasselbe jedoch einem Kleinkind, das auf die Zuneigung seiner Vertrauenspersonen angewiesen ist, so wird es sein Verhalten entsprechend anpassen. Schnell wird es lernen, dafür zu sorgen, dass seine ureigensten Bedürfnisse befriedigt werden – und damit gleichzeitig entscheidende Weichen für die Entwicklung seiner Persönlichkeit stellen.<h3> Vom Wegweiser zur Hürde und zurück</h3>Das, was sich hier nach und nach ins Unterbewusstsein einprägt, ist eine jener Botschaften, die in der Psychologie als innere Antreiber bezeichnet werden. <BR /><BR />Dabei handelt es sich um eine Art von Leitsätzen für das Verhalten eines Menschen, die in der frühen Kindheit hauptsächlich unter Einfluss von Eltern und anderen Autoritätspersonen gebildet werden und uns fortan prägen – manchmal sogar so sehr, dass sie grundlegende Charakterzüge einer Person formen. <BR /><BR />Taibi Kahler, der Entwickler der Theorie, benennt insgesamt 5 davon: Neben der Aufforderung „Sei perfekt“ entfalten auch die Anweisungen „Sei gefällig“, „Sei stark“, „Beeil dich“ und „Streng dich an“ im Verborgenen ihre Wirkung. <BR /><BR />Das Interessante daran: Festgestellt werden können diese Antreiber bei allen Menschen, unabhängig von Kultur und Herkunft, wobei einer meist besonders stark ausgeprägt ist.<BR /><BR />Die Wirkung der ungeschriebenen Gebote kann sich sowohl im Positiven als auch im Negativen zeigen. Bleibt ihr Einfluss im Rahmen, so sind sie nicht selten Ansporn zu mehr Produktivität und besseren Leistungen.<BR /><BR /> Artet das Ganze jedoch ins Extrem aus, so werden sie schnell zu einem Hindernis, das uns den Weg versperrt. Sie verstärken bereits bestehenden Druck und können in manchen Fällen sogar selbst zum Auslöser von Stress mutieren. <BR /><BR />Und das, obwohl die Absicht dahinter keineswegs verwerflich wäre. Auch im Erwachsenenalter wollen die Antreiber nämlich hauptsächlich die Erfüllung unserer Grundbedürfnisse sicherstellen, weshalb jene Verhaltensmuster abgespielt werden, die wir seit unserer frühesten Kindheit trainiert haben. <BR /><BR />Dass diese in vielen Fällen gar nicht mehr nötig wären, um ans gleiche Ziel zu gelangen, versteht zwar unsere Ratio, nicht aber unser Unterbewusstsein – und doch ist letzteres am Ende schneller. Es sei denn, wir schaffen es, auch das zu überlisten.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1020585_image" /></div> <embed id="dtext86-64390741_listbox" />