Sonntag, 10. September 2017

„Was wächst wie?“ (8): Hopfen

Woher kommt Baumwolle und woraus wird Kaffee gewonnen? Im täglichen Gebrauch verwenden wir zahlreiche Produkte, wissen aber oft nicht genau, woher sie eigentlich stammen. STOL fragt deshalb: „Was wächst wie?“ Diesmal unter der Lupe: Echter Hopfen.

Der Hopfen gehört zur Familie der Hanfgewächse.
Der Hopfen gehört zur Familie der Hanfgewächse. - Foto: © shutterstock

Bier gehört zu den beliebtesten Getränken. Dass für dieses Getränk unter anderem Hopfen gebraucht wird, wissen die Meisten. Nicht jedoch, wie der Hopfen angebaut wird.

Der Echte Hopfen, wie er eigentlich genannt wird, gehört zur Familie der Hanfgewächse und ist der bekannteste Vertreter der Gattung der Hopfen. Er wächst im Uhrzeigersinn und seine Blätter sind von herzförmiger Natur.

Es gibt aber auch Nebenblätter, weibliche und männliche. Während die männliche Blüte einer Rispe gleicht, handelt es sich bei der weiblichen um eine zapfenartige Ähre. Für das Brauen von Bier kann nur der weibliche Hopfen verwendet werden.

Anbau beginnt im Frühjahr

Mit dem Hopfenanbau wird jährlich im Frühjahr begonnen. Wenn die Pflanze bereits im Vorjahr kultiviert wurde, wird sie zunächst auf den Hauptstock zurückgeschnitten. In einem nächsten Schritt wird der Draht aufgehängt und befestigt. An diesem klettern die Triebe bis Ende Juli auf eine Gerüsthöhe von rund 7 Metern heran.

Die Triebe wachsen bis Ende Juli auf eine Gerüsthöhe von rund 7 Metern heran.- Foto: shutterstock

Optimale Bedingungen für den Hopfen sind ein lehmiger, tiefgründiger Boden, eine gute Wasserführung und ausreichende Lichteinstrahlung.

Ernte ab Ende August

Die Ernte wird meistens in 3 Wochen von Ende August bis Anfang September eingeholt. Dabei werden die Ähren knapp über dem Boden abgeschnitten und vom Gerüst gerissen. Heute wird diese Arbeit mit einer Pflückmaschine vollzogen, während es früher harte Handarbeit war.

Beim Hof angekommen, werden die Dolden vom Hopfenstock abgetrennt. Die noch weichen und feuchten Dolden werden bis auf eine Feuchtigkeit von nur 11 Prozent getrocknet. Anschließend werden sie gepresst und gekühlt.

Um länger haltbar zu sein, wird Hopfen häufig zu Pellets weiterverarbeitet und luftdicht verpackt. Sobald der Hopfen zu warm oder nicht luftdicht verpackt wird, verliert er Aromen und bis 35 Prozent seines Brauwertes.

In mehreren Schritten kann der Hopfen schließlich zu Bier weiterverarbeitet werden.

Weitere Details zum Anbau des Hopfens gibt es im folgenden Video:

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Größtes zusammenhängendes Anbaugebiet in Bayern

Die größten Hopfenanbauer der Fläche nach sind die USA, Deutschland und Tschechien. Besonders in Deutschland gibt es große Anbaugebiete.

Zu nennen ist hier vor allem Hallertau in Bayern, wo sich das größte zusammenhängende Hopfenanbaugebiet der Welt befindet. Knapp 84 Prozent des deutschen Hopfenanbaus fallen auf dieses Gebiet.

95 Prozent des Ertrags für Bierbrauerei verwendet

Der Großteil der Hopfenernte, wie könnte es auch anders sein, wird für die Bierbrauerei genutzt. Genauer gesagt sind es ganze 95 Prozent der Ernte. Es ist der Hopfen, der dem Bier sein köstliches Aroma und seine Bitterkeit verleiht. 170 Kilogramm Hopfen werden für rund 10.000 Liter Bier benötigt.

Der Großteil der Hopfenernte wird für die Bierbrauerei verwendet. - Foto: shutterstock

In Südtirol hat das Bierbrauen, im Gegensatz zum Hopfenanbau, eine lange Tradition. Bereits vor 1000 Jahren wurde einer urkundlichen Erwähnung zufolge Bier gebraut. Im 18. Jahrhundert wurde die Pflanze vor allem im Pustertal zu Bier verarbeitet, wo es bereits 11 Bierbrauereien gab.

Heute noch gibt es neben der Forst-Brauerei, der größten privaten Bierbrauerei Italiens, zahlreiche kleinere Brauereien, die sich über das gesamte Südtiroler Land verteilen.

Auch zu medizinischen Zwecken, wenn auch nur zu geringem Anteil, wird der Hopfen verwendet. Er soll sowohl beruhigend und schmerzstillend als auch blutreinigend tonisierend wirken.

stol/mai
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stol