Samstag, 16. September 2017

„Was wächst wie?“ (9): Ananas

Woher kommt Baumwolle und woraus wird Kaffee gewonnen? Im täglichen Gebrauch verwenden wir zahlreiche Produkte, wissen aber oft nicht genau, woher sie eigentlich stammen. STOL fragt deshalb: „Was wächst wie?“ Diesmal unter der Lupe: die Ananas.

Die Ananas gehört zur Familie der Bromeliengewächse.
Die Ananas gehört zur Familie der Bromeliengewächse. - Foto: © shutterstock

Die Ananas comosus, wie sie in der Wissenschaft genannt wird, gehört zur Familie der Bromeliengewächse und zur gleichlautenden Gattung der Ananas. Sie gehört zu den nicht-klimaterischen Früchten, das bedeutet, dass sie auch nach der Abtrennung von der Mutterpflanze nicht weiterreift.

Der Stamm der Ananas kann bis zu 35 Zentimeter lang werden und ist im Boden eingesenkt. Die Wurzeln können weit in die Tiefe des Bodens eindringen und der gesamte Stamm ist von rosettenartigen Blättern umgeben. Zudem hat die Pflanze noch schmale, bis zu 120 Zentimeter lange grüne Blätter.

Aus dem Kegel des Stammes entwickelt sich schließlich der Blütenstand, an dem rund 100 Einzelblüten sitzen.

Warme Temperaturen und hohe Luftfeuchtigkeit

Optimale Bedingungen findet die Ananas in den Tropen bei etwa 24 bis 30 Grad Celsius und einer relativ hohen Luftfeuchtigkeit von mindestens 60 Prozent. Die Niederschlagsmenge sollte zwischen 1000 und 1500 Millimetern liegen. Rund um den Äquator können Plantagen sogar auf bis zu 1500 Höhenmetern angelegt werden.

Ananasplantagen können nahe des Äquators auf bis zu 1500 Höhenmetern angelegt werden. - Foto: shutterstock

Keine hohen Ansprüche stellt die Frucht an den Boden: Es sollte lediglich eine gute Wasserführung vorhanden sein, da es ansonsten zu Schäden an der Pflanze kommen kann. Sandige Böden und Lehme sind ideal für den Ananasanbau.

Erste Ernte erst nach über einem Jahr möglich

Nach dem Einpflanzen muss in warmen Gebieten 14 bis 16 Monate gewartet werden, bis zum ersten Mal die Ernte eingeholt werden kann, in kalten Gebieten sogar bis zu 20 Monate.

Auch wenn die darauffolgenden Ernten in kürzeren Zeitabständen eingeholt werden können, gibt es einen Negativeffekt: Der Ertrag der Ernte sinkt im Vergleich zu ersten Ernte drastisch.

Bei der dritten Ernte nur mehr 35 Tonnen Ertrag

In warmen Gebieten können oft nur 40 Prozent der ersten Ernte eingeholt werden: Werden zu Beginn pro Hektar durchschnittlich um die 75 Tonnen pro Hektar geerntet, sind es bei der zweiten 50 und bei der dritten nur mehr rund 35 Tonnen.

Damit die Frucht frisch beim Endkonsumenten ankommt, muss sie noch vor der vollen Reife abgetrennt werden. Wird sie für die industrielle Verarbeitung gebraucht, wird sie erst bei voller Reife gepflückt.

Weitere Informationen zur Ananas und deren Ernte gibt es im folgenden Video:

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Von Amerika in die Welt

Ursprünglich wurde die Frucht nur in Amerika kultiviert, fand aber durch Christoph Kolumbus ihren Weg nach Europa. Die indigene Bevölkerung Guadeloupes schenkte dem Seefahrer die Frucht als Willkommensgeschenk.

Nach ihrer Entdeckung fand sie rasch weltweite Verbreitung.

Heute gehören Costa Rica, Brasilien und die Philippinen zu den größten Ananasanbauern. Neben der Banane und verschiedenen Zitrusfrüchten gehört die Ananas zu den wichtigsten tropischen Früchten. Den Welthandel dominieren die Philippinen und Thailand.

Insgesamt wurden im Jahr 2014 um die 25,4 Millionen Tonnen Ananasfrüchte produziert. Nur ein Teil der Früchte wird als Frischware exportiert, beinahe 700.000 Tonnen. Etwa 70 Prozent der Welternte werden in den Herkunftsländern selbst als Frischfrüchte verzehrt.

Reich an Vitaminen und Mineralstoffen

Die Ananas ist aufgrund ihrer vielen Vitamine, unter anderem Vitamin C, und Mineralstoffen wie Magnesium und Eisen sehr gesund und wirkt sich positiv auf die Verdauung des Menschen aus. Außerdem haben deren Enzyme eine blutverdünnende Wirkung.

Ein Ananaskuchen kann ein richtiger Leckerbissen sein. - Foto: shutterstock 

In der Küche findet die Frucht auch sehr häufig Anwendung: Ob in der Torte, im Toast oder einfach nur frisch - die Ananas kann auf verschiedenste Art und Weise verzehrt werden.

stol/mai
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Lesen Sie auch die anderen Folgen der STOL- Serie „Was wächst wie?“ Safran, Banane, Dattel, Kaffee/Kakao, Kartoffel, Oregano, Artischocke und Hopfen.

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