Donnerstag, 18. Januar 2018

Papst Franziskus fordert offene Türen für Migranten

Papst Franziskus hat bei einer Messe in Nordchile zur Aufnahme von Migranten aufgerufen. „Lasst uns auf alle Unrechtssituationen und die neuen Formen der Ausbeutung achten“, forderte das katholische Kirchenoberhaupt am Donnerstag angesichts der Arbeitsbedingungen vieler Migranten.

„Es gibt keine christliche Freude, wenn man die Türen verschließt“, mahnt der Papst.
„Es gibt keine christliche Freude, wenn man die Türen verschließt“, mahnt der Papst.

„Lasst uns auf jene achten, die die ungeklärte rechtliche Situation vieler Migranten ausnutzen, weil sie die Sprache nicht kennen oder keine ordnungsgemäßen Papiere besitzen“, sagte der Papst vor rund 100 000 Menschen auf dem Lobito Campus in Iquique am Pazifischen Ozean. „Es gibt keine christliche Freude, wenn man die Türen verschließt.“

Migration sei Hoffnung auf ein besseres Leben

Die Migration basiere immer auf der Hoffnung auf ein besseres Leben. Iquique sei ein „Land der Träume“, das Menschen verschiedener Völker und Kulturen beherberge. „Sorgen wir dafür, dass es auch ein Land der Gastfreundschaft bleibt“, forderte der Papst.

Rund 30 Prozent der 330.000 Einwohner von Iquique sind Einwanderer, vor allem aus den Nachbarländern Peru und Bolivien, aber auch aus Haiti, Venezuela und Kuba. Viele von ihnen arbeiten im Bergbau in der Wüstenregion.
Der Papst schließt in Iquique seinen dreitägigen Besuch in Chile ab. Am Donnerstagabend (Ortszeit) fliegt er auf seiner sechsten Lateinamerikareise nach Peru weiter.

dpa

stol