Mittwoch, 23. September 2015

Papst Franziskus in den USA eingetroffen

Mit Kuba war Papst Franziskus sehr zufrieden. Nun aber beginnt der spannendste Teil der Reise: In den USA erwartet ihn ein sehr politisches Programm mit vielen heiklen Punkten.

Papst Franziskus wurde bei seiner Ankunft in Washington von US-Präsident Barack Obama und seiner Familie empfangen.
Papst Franziskus wurde bei seiner Ankunft in Washington von US-Präsident Barack Obama und seiner Familie empfangen. - Foto: © APA/EPA

Papst Franziskus ist am Dienstag zu seinem ersten Besuch in den USA eingetroffen. In einer sehr seltenen Geste wurde der Papst von US-Präsident Barack Obama, dessen Frau Michelle und beiden Töchtern am Flughafen empfangen, außerdem von Vizepräsident Joe Biden und seiner Frau.

Nach seiner viertägigen Reise durch Kuba führt sein Besuch Franziskus bis einschließlich Sonntag auch nach New York und Philadelphia. Der 78-Jährige war noch nie in den USA. Er ist erst der vierte Papst, der die USA besucht.

Franziskus kam direkt aus Kuba. In dem sozialistischen Land hatte er für die versöhnende Kraft der Kirche geworben. Er wünsche sich eine Kirche, „die aufbricht, um Brücken zu spannen, Mauern zu durchbrechen und Versöhnung auszusäen“, sagte der Argentinier in Santiago de Cuba.

Der Vatikan spielte eine Schlüsselrolle bei der diplomatischen Annäherung zwischen den USA und Kuba, für deren Fortführung Franziskus in Kuba warb. Mit Spannung wird erwartet, ob er sich auch zu dem seit 55 Jahren bestehenden US-Handelsembargo gegen Kuba äußern wird. Es soll zwar gelockert, aber nicht komplett aufgehoben werden. Kubas Staatschef Raúl Castro nannte das Embargo im Beisein des Papstes „grausam“.

Während des Fluges in die USA deutete der Papst jedoch an, er wolle das US-Embargo nicht ansprechen. „Das ist Teil der Verhandlungen“, sagte er. In seiner Ansprache vor dem Kongress werde es generell um „binationale und multinationale Vereinbarungen“ gehen.

Franziskus wird am Donnerstag als erster Pontifex vor dem US-Kongress sprechen.

Der Papst sei mit dem bisherigen Verlauf der Reise „sehr zufrieden“, sagte sein Sprecher Federico Lombardi. Franziskus pochte in Kuba auf mehr religiöse Freiheit. Er nannte ideologiegetriebene Politik einen falschen Weg: „Man dient nicht Ideen, sondern man dient den Menschen.“

In den USA besucht Franziskus nach Washington noch New York und das Welttreffen der Familien in Philadelphia. Der Papst fliegt am Sonntagabend (Ortszeit) zurück nach Rom.

dpa

stol