Montag, 08. Januar 2018

Papst lobt Italien und Deutschland wegen Flüchtlingsaufnahme

Bei seiner Ansprache vor dem diplomatischen Corps hat sich der Papst am Montag bei Italien, Deutschland und Griechenland ausdrücklich für die Aufnahme zahlreicher Flüchtlinge aus Krisenländern bedankt. Mit 185 Staaten weltweit pflegt der Vatikan diplomatische Beziehungen, darunter seit vergangenem Jahr auch Myanmar, das der Papst im November besucht hatte.

Der Papst zeigt sich zufrieden über Italiens und Deutschlands Flüchtlingsaufnahme.
Der Papst zeigt sich zufrieden über Italiens und Deutschlands Flüchtlingsaufnahme.

„Ich möchte Italien besonderen Dank aussprechen, das in den vergangenen Jahren ein offenes und großmütiges Herz gezeigt hat und auch positive Beispiele von Integration aufzeigen konnte. Ebenso danke ich weiteren europäischen Staaten für ihren Einsatz, besonders Griechenland und Deutschland“, sagte der Papst. Die Ankunft der Flüchtlinge solle Europa dazu anspornen, das eigene kulturelle und religiöse Erbe wiederzuentdecken.

Für ein Verbot von Atomwaffen

In seiner Rede vor dem diplomatische Corps befasst sich der Papst auch mit den derzeitigen Hauptkrisenherde. Er hoffe, dass der Dialog auf der koreanischen Halbinsel trage. Es sei von überragender Bedeutung, dass jeder Dialog unterstützt werde. Zudem sprach sich der Papst für ein rechtlich bindendes Verbot von Atomwaffen aus.

Auch erinnerte er an die dramatische Situation in Syrien. Es sei der allgemeine Wunsch, „dass nach so viel Zerstörung nun die Zeit des Wiederaufbaus gekommen ist“, so der Papst. Aber noch mehr als Gebäude sei es in Syrien notwendig, „die Herzen wiederaufzubauen und das Netz des gegenseitigen Vertrauens neu zu knüpfen, das für das Florieren jeder Gesellschaft eine unverzichtbare Voraussetzung darstellt“.

In Bezug auf den Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern wiederholte der Pontifex die Haltung des Heiligen Stuhls, den Status quo Jerusalems zu respektieren. Die Stadt sei für alle drei großen monotheistischen Religionen heilig. Der Papst erwähnte auch den Krieg in der Ostukraine. Es sei dort wichtig, „ein gemeinsames Bemühen um den Wiederaufbau von Brücken“ zu fördern. Auch mehrere Jahre nach Beginn des Konflikts seien „zahlreiche neue Opfer“ zu beklagen und der Bevölkerung „großes Leid“ zugefügt worden. Man dürfe nicht vergessen, dass in den Kriegsgebieten vor allem Familien, Kinder und Alte direkt betroffen seien.

Ende des Ersten Weltkriegs jährt sich zum 100. Mal

Franziskus erinnerte daran, dass sich im Jahr 2018 das Ende des Ersten Weltkriegs zum 100. Mal jährt. Leider hätten dies die Menschen auch direkt nach dem Krieg nicht verstanden, so dass es „nach zwanzig Jahren zu einem neuen Konflikt kam, der noch zerstörerischer als der vorherige sein sollte“. Der Friede könne stets gefestigt werden, „wenn sich die Nationen in einem Klima der Gleichheit gegenübertreten können“, sagte der Heilige Vater.

Sinkende Geburtszahlen

Der Papst befasste sich auch mit dem Thema der Familie, die laut Franziskus im Westen „als veraltete Institution“ betrachtet werde. Das Grundelement einer Familie sei die Ehe zwischen Mann und Frau. Zusätzlich bedürfe es jedoch der Förderung durch den Staat. Ansonsten riskiere man das, was man bereits in vielen Ländern feststelle: das Sinken der Geburtszahlen. Der Papst sprach in diesem Zusammenhang von einem „demografischen Winter“.

apa

stol