Mittwoch, 10. Januar 2018

Piraterie erreicht Tiefstand seit 22 Jahren

Die Bedrohung der internationalen Schifffahrt durch Piraten ist so gering wie seit 22 Jahren nicht mehr. Das teilte das Internationale Maritime Büro (IMB) der Internationalen Handelskammer (ICC) am Mittwoch mit.

Afrikanische Gewässer bleiben gefährlich.
Afrikanische Gewässer bleiben gefährlich. - Foto: © shutterstock

Die Organisation zählte im vergangenen Jahr weltweit 180 Angriffe von Piraten auf Handelsschiffe, gegenüber 191 Attacken im Jahr zuvor. Dabei wurden drei Besatzungsmitglider von Schiffen getötet und sechs verletzt. 16 Schiffe wurden beschossen, sechs entführt.

Dazu wurden 91 Seeleute als Geiseln genommen und 75 von ihren Schiffen entführt. Zum Vergleich: Im Jahr 2010 zum Beispiel hatte es 445 Überfälle auf Handelsschiffe gegeben.

Afrikanische Gewässer bleiben gefährlich

„Auch wenn die Zahl der Angriffe zurückgegangen ist, bleiben der Golf von Guinea und die Gewässer rund um Nigeria für Seefahrer bedrohlich“, sagte IMB-Direktor Pottengal Mukundan. Hier wurden die meisten Seeleute gekidnappt, 65 von 75. Insgesamt gab es in dieser Region 46 Angriffe.

Die Gewässer vor der somalischen Küste, wo die Schiffe mittlerweile wirksam geschützt werden, verzeichneten immer noch neun Zwischenfälle mit Piraten, darunter einen Beschuss durch Raketen bei einem vergeblichen Überfall 280 Seemeilen östlich von Mogadischu. Ein weiterer Schwerpunkt der Piraterie seien Indonesien, wo es zu 43 Piratenakten kam, sowie die Philippinen mit 22 Angriffen.

dpa

stol