Sonntag, 23. September 2018

Präsidentenwahl auf den Malediven: Ergebnis offen

Die Bürger der Malediven haben am Sonntag einen neuen Präsidenten gewählt. Als Favorit ging der 59-jährige Amtsinhaber Abdulla Yameen ins Rennen, der die Inselkette im Indischen Ozean seit 2013 mit harter Hand regiert. Beobachter hatten angesichts der Verfolgung von Oppositionellen in dem Urlaubsparadies Zweifel geäußert, dass es eine freie und faire Wahl werden kann.

Internationale Wahlbeobachter wurden zur Wahl nicht zugelassen Foto: APA (AFP)
Internationale Wahlbeobachter wurden zur Wahl nicht zugelassen Foto: APA (AFP)

Gut 260.000 Menschen waren wahlberechtigt. Mit Ergebnissen wurde frühestens in der Nacht auf Montag (Ortszeit) gerechnet. Yameens einziger Konkurrent war der 54 Jahre alte Ibrahim Mohamed Solih, den eine Allianz von Oppositionsparteien aufgestellt hatte. Viele führende Oppositionelle sind in Haft oder im Exil. Frühere Regierungen pflegten enge Beziehungen zum großen Nachbarn Indien. Yameen hingegen steht China nahe.

Die Wahl fand ein halbes Jahr nach dem Ende eines 45-tägigen Ausnahmezustands statt, den Yameen im Februar ausgerufen hatte. Die Regierung hatte sich geweigert, eine Anordnung des Obersten Gerichts umzusetzen, inhaftierte Oppositionspolitiker freizulassen. Sie warf der Opposition einen Putschversuch vor und nahm zahlreiche Menschen fest - darunter zwei Richter des Obersten Gerichtshofs und den früheren, jahrzehntelang autokratisch regierenden Präsident Maumoon Abdul Gayoom, Halbbruder des aktuellen Amtsträgers. Alle drei wurden im Juni wegen Behinderung der Justiz zu 19 Monaten Haft verurteilt.

apa/ag.

stol