Samstag, 13. Januar 2018

Präsidentenwahl in Tschechien beendet

Die zweitägige Präsidentenwahl in Tschechien ist am Samstagnachmittag zu Ende gegangen. Die Wahllokale schlossen pünktlich um 14.00 Uhr ihre Pforten und die Stimmenauszählung hat begonnen. Mit verlässlichen Zahlen wird bis zum Abend gerechnet, Exit Polls wird es keine geben. Als Favorit gilt laut Umfragen Amtsinhaber Milos Zeman.

Amtsinhaber Zeman gilt als Favorit. -Foto: APA (AFP)
Amtsinhaber Zeman gilt als Favorit. -Foto: APA (AFP)

Zeman setzt sich für gute Beziehungen zu Moskau ein und lehnt Einwanderer aus muslimischen Ländern ab. „Niemand hat Sie hierher eingeladen”, ließ der 73-Jährige, der für seine islamfeindliche und proisraelische Haltung bekannt ist, kürzlich Migranten wissen. Seit 2013 steht Zeman an der Spitze des tschechischen Staates.

Als ernst zu nehmender Herausforderer gilt der ehemalige Chef der Wissenschaftsakademie, Jiri Drahos. Der Chemieprofessor sprach sich im Wahlkampf für eine stärkere Rolle Tschechiens in der EU sowie für die Einführung des Euro aus.

Auch dem Pop-Texter und Schriftsteller Michal Horacek werden Chancen eingeräumt. Die übrigen sechs Kandidaten, darunter der frühere Regierungschef Mirek Topolanek sowie der Ex-Botschafter in Frankreich, Pavel Fischer, haben hingegen nur geringe Aussichten auf den Posten.

Dass es in der ersten Runde zu einer Entscheidung kommt, wer ab März auf der Prager Burg residiert, gilt als unwahrscheinlich. Laut Umfragen kommt keiner der Kandidaten auf mehr als 50 Prozent. Eine etwaige Stichwahl würde in zwei Wochen (26. und 27. Jänner) stattfinden.

Bei der Stimmabgabe Zemans am Freitag kam es zu einem kleinen Zwischenfall: Eine Aktivistin der Frauengruppe Femen mit nacktem Oberkörper versuchte zu dem Amtsinhaber vorzudringen. Dabei schrie sie „Zeman - Putins Schlampe”. Die Frau versuchte im Wahllokal in Prag zu Zeman vorzudringen, wurde aber von dessen Leibwächtern abgefangen und auf den Boden geworfen.

apa/dpa

stol