Samstag, 20. April 2019

Pulverlöscher richtig anwenden

So wie Erste-Hilfe-Ausrüstung sollte auch ein Feuerlöscher in jeder Wohnung vorhanden sein, denn kleine Brände kann man damit löschen oder in Schach halten, bis die Feuerwehr kommt: Wie man die Pulver- und Schaumlöscher richtig anwendet, dazu hat sich das Tagblatt „Dolomiten“ einige Tipps an der Feuerwehrschule in Vilpian geholt.

Mit einem Feuerlöscher können kleinere Brände gelöscht oder in Schach gehalten werden, bis die Feuerwehr eintrifft. - Foto: fm
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Mit einem Feuerlöscher können kleinere Brände gelöscht oder in Schach gehalten werden, bis die Feuerwehr eintrifft. - Foto: fm

 Pulverlöscher können bei Bränden von festen, flüssigen und gasförmigen Stoffen eingesetzt werden; mit einem Schaumlöscher dürfen Gasbrände hingegen nicht bekämpft werden. „Tragbare Feuerlöscher sind in allen Arbeitsstätten sowie in größeren Gebäuden wie Kindergärten, Schulen, Hotels und Versammlungsräumen vorgeschrieben“, sagt Christoph Oberhollenzer, der Leiter der Landesfeuerwehrschule.

„Im Privathaushalt ist es nicht Pflicht, einen Feuerlöscher bereit zu halten. Tragbare Löscher findet man aber in größeren Wohngebäuden beim Heizraum oder in der Tiefgarage. Am häufigsten werden  Pulver- und Schaumlöscher verwendet.“ 

So wird der Feuerlöscher bedient 

Wie bedient man einen Handfeuerlöscher? „Die Bedienung ist einfach“, betont Oberhollenzer, der auch Direktor des Landesfeuerwehrverbandes ist. „Es genügt, die aufgedruckte Bedienungsanleitung genau zu befolgen.“
Im Ernstfall wird der Löscher der Halterung entnommen, in Richtung Brandstelle getragen und auf dem Boden abgestellt. „Dann muss der Feuerlöscher entsichert werden“, erklärt der Fachmann.

Im Anschluss daran nimmt der Anwender den Schlauch in die Hand. „Dieser muss kräftig festgehalten werden“, rät Oberhollenzer. „Denn der Löscher steht unter hohem Druck.“ Nun hebt man den Feuerlöscher an und richtet den Schlauch auf das Schadenfeuer.  „Durch korrektes Drücken des Löschhebels wird das Löschmittel stoßweise abgegeben“, erklärt der Verbandsdirektor. „Lässt man den Hebel los, wird der Löschstrahl unterbrochen.“

Probestoß zur Kontrolle 

Übrigens: Kurz vor der Brandbekämpfung sollte ein Probestoß abgegeben werden, um sicher gehen zu können, dass der Feuerlöscher auch funktioniert.

Wie bekämpft man gezielt einen Brand? Das Schadenfeuer muss mit einem Sicherheitsabstand in Windrichtung angegriffen werden. Der Brand soll von vorne nach hinten und von unten nach oben gelöscht werden. Das Löschmittel soll – wie erwähnt – stoßweise abgegeben werden.

„Weiters soll man sich einen Löschmittelvorrat zurückbehalten“, sagt der Experte. „Es kann zu einer Rückzündung kommen. Bei einem größeren Entstehungsbrand empfiehlt es sich, mehrere Löscher durch mehrere Personen gleichzeitig einzusetzen – und nicht hintereinander.“
Nach dem Ablöschen darf man die Brandstelle nicht sofort verlassen; sie soll im Auge behalten werden, weil es eben zu einer Rückzündung kommen kann. Dann muss der Laie nochmals mit einem Löscher handeln.

Eines unterstreicht Schulleiter Christoph Oberhollenzer am Schluss der Erklärungen: „Wenn im Brandfall Zweifel am Löscherfolg bestehen, sollte unverzüglich der Feuerwehrdienst über die Notrufnummer 112 zu Hilfe gerufen werden.“

D/fm

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stol