Dienstag, 03. April 2018

Putin hofft auf Klarheit im Fall Skripal

Der russische Präsident Wladimir Putin hofft auf mehr Klarheit im Fall des vergifteten Ex-Agenten Sergej Skripal durch die Sondersitzung der Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW). „Ich hoffe, dass bei dieser Diskussion ein endgültiger Strich darunter gezogen wird“, sagte Putin bei einem Besuch in der Türkei am Dienstag.

Wladimir Putin hofft auf mehr Klarheit im Fall des vergifteten Ex-Agenten Sergej Skripal.
Wladimir Putin hofft auf mehr Klarheit im Fall des vergifteten Ex-Agenten Sergej Skripal. - Foto: © APA/AFP

Am Mittwoch steht eine Sondersitzung des OPCW-Exekutivrates zu dem Fall an. „Wir sind an einer vollwertigen Aufklärung interessiert“, sagte er. Großbritannien wirft Russland vor, an der Vergiftung Skripals im südenglischen Salisbury beteiligt gewesen zu sein. Putin wies dies entschieden zurück und sprach von einer „ungeheuerlichen Situation“. Nach und nach habe es Bestätigungen dafür gegeben, dass „diese verrückten Anschuldigungen, die die britische Seite ein paar Stunden nach dem Vorfall erhoben hat, auf nichts begründet sind und durch nichts gestärkt werden“, sagte er.

Das britische Labor in Porton Down, das den Fall untersucht, hatte kurz zuvor erklärt, es gebe keine präzisen Hinweise, dass der Stoff, mit dem Skripal vergiftet wurde, aus Russland gekommen sei. Putin sagte mit Blick darauf, er sei verwundert, wie schnell die westlichen Staaten ihre Schlüsse im Fall Skripal gezogen hätten. Die britischen Behörden hätten selbst gesagt, dass sie mindestens 2 Monate bräuchten für die Untersuchungen, betonte er. „Nach Angaben internationaler Experten können rund 20 Staaten auf der Welt ähnliche Nervengifte herstellen“, sagte Putin.

London geht davon aus, dass Skripal mit dem sowjetischen Nervengift Nowitschok vergiftet wurde.

dpa

stol