Donnerstag, 02. Juli 2015

Referendum: Varoufakis will bei „Ja“ zurücktreten

In Griechenland zeichnet sich ein knappes Rennen bei der Volksabstimmung am Sonntag ab.

Gianis Varoufakis
Gianis Varoufakis - Foto: © LaPresse

47,1 Prozent der Befragten würden laut einer neuen Umfrage am 5. Juli für „Ja“ und damit für eine Zustimmung zu den unlängst von den internationalen Gläubigern des Landes vorgeschlagenen Reformen stimmen. In dem Fall würde Finanzminister Yanis Varoufakis zurücktreten, sagte er dem Fernsehsender Bloomberg TV.

Auf die Frage, ob er einer Vereinbarung ohne Schuldenrestrukturierung zustimmen würde, sagte der griechische Finanzminister im Interview mit Bloomberg: „Ich würde mir eher den Arm abschneiden, als einen solchen Deal zu unterschreiben.“

Bei dem umstrittenen Referendum am Sonntag sollen die Griechen sagen, ob sie den Bedingungen der Gläubiger zustimmen oder sie ablehnen. Das Hilfspaket, zu dem diese Bedingungen gehören, ist aber am Mittwoch ausgelaufen.

47,1 Prozent der Befragten würden am 5. Juli für „Ja“ stimmen und 43,2 Prozent wären dagegen, ergab die Befragung im Auftrag der konservativen Zeitung „Eleftheros Typos“. Dafür wurden 1.000 Menschen aller Altersgruppen in verschiedenen Teilen des Landes angesprochen.

Tsipras fordert: Mit „Nein“ stimmen

Ministerpräsident Alexis Tsipras hatte am Vortag in einer Rede ans Volk erneut für eine Ablehnung der vor rund einer Woche von den Geldgebern vorgeschlagenen Maßnahmen plädiert. Eine von der linksgerichteten Zeitung „Efimerida ton Syntakton“ in Auftrag gegebene und am Mittwoch veröffentlichte Umfrage hatte noch eine Mehrheit für die Reformgegner ergeben.

Das passiert bei einem „Nein“

Ein „Nein“ der Griechen wird nach Ansicht von Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem die Verhandlungsposition des Landes sehr schwächen. Es werde dann „äußerst schwierig“, das Land in der Eurozone zu halten, warnte der niederländische Finanzminister am Donnerstag im Parlament in Den Haag. Er kritisierte außerdem Tspiras scharf.

apa/dpa/reuters

stol