Sonntag, 24. Mai 2015

Renzi will Homo-Ehe legalisieren

Nach dem Sieg des „Ja“ beim Referendum zu Homo-Eheschließungen in Irland wächst im katholischen Italien der Druck, damit zumindest ein Gesetz zur Legalisierung eheähnlicher Lebenspartnerschaften eingeführt wird.

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Italiens Premier Matteo Renzi will sich jetzt mit dem heiklen Thema befassen, das ihm Schwierigkeiten mit dem katholischen Lager bringen könnte, berichteten italienische Medien am Sonntag.

In der Justizkommission des Senats liegt ein von Renzis Demokratischer Partei (PD) vorgelegter Gesetzentwurf vor, der homosexuellen Paaren, die eine rechtlich anerkannte Lebenspartnerschaft eingehen, die Rechte und Pflichten eines heterosexuellen Ehepaares einräumt.

Gesetz noch im Sommer? 

Renzi versprach, das Gesetz noch im Sommer zu verabschieden. Gegen diesen Text stemmt sich die konservative Regierungspartei NCD. Teile von Renzis PD behaupten dagegen, der Gesetzentwurf sei zu schwach, Italien müsse auch Homo-Ehen zulassen.

Laut dem Gesetzentwurf sollen homosexuellen Lebensgemeinschaften dieselben Rechte wie Verheirateten garantiert werden. Renzi nimmt sich dabei an der in Großbritannien seit 2005 möglichen zivilen Partnerschaft („civil partnership“) ein Beispiel, die der heterosexuellen Zivilehe praktisch gleichgestellt ist.

In Sachen Steuerrecht, Erbrecht, Adoptions-, Unterhalts- und Zeugnisverweigerungsrecht gelten für Verpartnerte die gleichen Rechte und Pflichten wie für heterosexuelle Ehepartner. Homosexuelle Ehen, die im Ausland geschlossen wurden, sollen in Italien automatisch als Lebenspartnerschaften registriert werden.

apa/dpa

stol