Montag, 02. Mai 2016

Reporter ohne Grenzen wollen kritische Medien in Polen ermuntern

Angesichts der sich verschlechternden Medien-Situation in Polen wollen Reporter ohne Grenzen Österreich (ROG/RSF) kritische Journalisten in dem Land ermuntern: ROG schreiben den „Press Freedom Award 2016 – A Signal to Europe“ am 3. Mai, dem Welttag der Pressefreiheit, aus, um ein Zeichen zu setzen „für kritische und investigative Berichterstattung“.

Symbolbild.
Symbolbild. - Foto: © shutterstock

„Wir wollen kritische Journalisten in Polen ermuntern, weiterhin den aufrechten Gang auszuüben und sich nicht einschüchtern zu lassen“, sagte Rubina Möhring, Präsidentin von Reporter ohne Grenzen Österreich, am Montag gegenüber der APA. Der Press Freedom Award 2016 ist mit 6.000 Euro dotiert.

Absturz um 29 Plätze im Pressefreiheitsrangliste

„Wir verzeichnen zielgerichtete Bestrebungen der neuen Regierung, den Pluralismus der Medien in Polen zu zerstören und Propaganda zu fördern. Die Medien sollen 'repolonisiert' werden“, kritisierte Möhring.

Die rechtskonservative Regierung schränke die Eigenständigkeit der öffentlich-rechtlichen Medien ein und übe Druck auf private Zeitungen und Sender aus. Das sei mit ein Grund, warum Polen auf der Rangliste der Pressefreiheit 2016 um 29 Plätze auf Rang 47 abstürzte.

"Frei" berichten ja, Kritik und Satire nein

Polnische Medien können laut ROG zwar frei berichten, allzu kritische Äußerungen und satirische Aussagen über Politiker können jedoch mit Verleumdungsklagen geahndet werden. Die Mitglieder des Nationalen Rundfunkrats werden von der Regierung bestimmt, sie kontrollieren die Vergabe von Sendefrequenzen und Lizenzen und können Strafen für die Berichterstattung verhängen.

Polens Medienmarkt ist der größte in Mittel- und Osteuropa, die meisten Privatsender und Printprodukte sind in ausländischer, vor allem deutscher Hand.

apa

stol