Dienstag, 16. Januar 2018

Robert Palfrader: „Ich fühle mich in Südtirol extrem wohl“

Robert Palfrader kennt man hierzulande vor allem durch die Comedy-Sendung „Wir sind Kaiser“, in der er Robert Heinrich I. verkörpert, die Karikatur eines österreichischen Kaisers. Dass er aber Südtiroler Wurzeln hat, wissen die wenigsten. In einem Interview mit der Tiroler tageszeitung (TT) hat der Schauspieler unter anderem darüber, über die Doppelstaatsbürgerschaft für Südtiroler, seinen Dialekt und über Heimat generell gesprochen.

Robert Palfraders (Im Bild als Kaiser mit Gästen) Wurzeln liegen in St. Vigil in Enneberg.
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Robert Palfraders (Im Bild als Kaiser mit Gästen) Wurzeln liegen in St. Vigil in Enneberg. - Foto: © APA

Palfraders Großeltern waren Ladiner und stammten aus St.?Vigil in Enneberg, wo auch sein Vater zur Welt kam. Danach zog Familie Palfrader nach Spitz an die Donau und dann weiter nach Wien. Palfrader kam mit österreichischer Staatsbürgerschaft zur Welt. Sein Vater war bei seiner Geburt nämlich ein Italiener, dann Deutscher, dann war er staatenlos, dann war er wieder Italiener, bis er letztlich Österreicher wurde. 

Auf die Frage der TT, ob er sich Südtirol noch verbunden fühle, sagte er: „Ja, und zwar sehr. Ich bin mindestens zwei oder drei Mal im Jahr in Südtirol und fühle mich dort extrem wohl. Und aufgrund der Lebensgeschichte meines Vaters sehe ich Begriffe wie Nationalität, Identität und Heimat auch ein wenig kritischer.“

Doppelstaatsbürgerschaft

Über die zur Zeit viel diskutierte Doppel-Staatsbürgerschaft für Südtiroler hält Palfrader relativ wenig. 

„Irgendwie rudern ja eh schon alle wieder zurück. Und ich sag’ seit Jahren, dass man zu diesem Thema einmal die Südtiroler befragen sollte. Ich hab’ bei meinen Besuchen dort immer wieder mit den Leuten geredet – und kenne nur einen einzigen Südtiroler, der gerne einen österreichischen Pass hätte. Alle anderen, mit denen ich mich unterhalten habe, sind glücklich mit dem aktuellen Zustand. Man darf ja nicht vergessen, dass bedingt durch die Autonomie 80 Prozent aller Steuereinnahmen wieder in die Region zurückfließen. Die Vorarlberger wären mit Sicherheit glücklich über so einen Deal.“, betonte Palfrader. 

Was bedeutet Heimat?

Auf die Frage nach Heimat, gibt sich Palfrader nicht ganz so sicher: „Für mich ist Heimat ein schwieriger Begriff. Aber ich seh’ mich schon als Wiener: Ich bin zwar in Niederösterreich aufgewachsen, aber ich leb’ in Wien, seit ich 20 bin, und auch meine Kinder sind hier auf die Welt gekommen. Trotzdem gibt’s in Südtirol Orte und Menschen, die mir ans Herz gewachsen sind. Es heißt ja immer, dass man sich die Familie nicht aussuchen kann. Aber ich seh’ das so: Die Verwandtschaft kann man sich nicht aussuchen, die Familie schon. Und wenn man Glück hat, ist man mit Teilen seiner Familie auch verwandt.“

Südtirolerisch?

Im Südtirol-Landkrimi stand Palfrader als Commissario Höllbacher vor der Kamera. Auf die Frage der TT ob er für „Südtirolerisch“ eher Lob oder Schelte bekam, antwortete er, dass die Reaktionen überraschenderweise überwiegend positiv waren. Die Problematik sei ja gewesen, dass sein Dialekt einerseits so authentisch wie möglich klingen hätte sollen, andererseits aber auch im Osten Österreichs verstanden werden musste. Er habe quasi einen künstlichen Meta-Dialekt erfinden müssen, das sei nicht ohne gewesen.

stol

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