Samstag, 23. Januar 2016

Rom setzt Schritte zum Abbau fauler Kredite

Nach den Turbulenzen an der Mailänder Börse, die vor allem Bankaktien schwer belastet haben, unternimmt die Regierung in Rom erste Schritte zum Abbau fauler Kredite.

Matteo Renzi und Pier Carlo Padoan
Matteo Renzi und Pier Carlo Padoan - Foto: © LaPresse

„Nächste Woche werden wir Maßnahmen ergreifen, um die Veräußerung fauler Bankkredite zu beschleunigen“, bestätigte Italiens Wirtschaftsminister Pier Carlo Padoan beim Wirtschaftsgipfel in Davos.

Den Dialog mit der EU für die Einrichtung einer Bad Bank, in die die faulen Kredite ausgelagert werden sollen, sei positiv. Italiens Bankensystem sei „solide“. Italienische Geldhäuser seien gesünder als von den Finanzmärkten angenommen werde, sagte Padoan am Samstag.

Zugleich will die Regierung eine Reform zur Stärkung von kleinen Volks- und Genossenschaftsbanken auf den Weg bringen. Mit der Maßnahme wolle man die kleineren Geldhäuser stärken, berichtete Padoan in Davos. Die Maßnahmen sollen Fusionen und Übernahmen in der Branche erleichtern. Die Regierung will damit die Gesundung des Bankensektors vorantreiben, der auf einem Berg fauler Kredite im Volumen von rund 200 Milliarden Euro sitzt.

Padoan betonte, dass aus dem Wirtschaftsgipfel in Davos „weniger Pessimismus“ hervorgehe, als die jüngsten Turbulenzen auf den Finanzmärkten zeigen würden. „Die globale Wirtschaft wächst weiter“, sagte der Minister. Die neuen Technologien würden positive Wachstumsperspektiven eröffnen.

Padoan plant am kommenden Dienstag in Brüssel ein Treffen mit EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager, um über eine Bad Bank zu sprechen, in die die Geldhäuser Problem-Darlehen ausgelagert werden sollen. Thema des Treffens seien die neuen Vorschläge aus Rom zu der geplanten Bad Bank. Bei der EU waren Roms bisherige Pläne auf Ablehnung gestoßen, weil sie als unzulässige Staatshilfen gewertet wurden. Die Verhandlungen um die Bad Bank laufen schon seit fast einem Jahr.

apa

stol