Mittwoch, 18. Januar 2017

Russland verlängert Snowdens Aufenthaltsgenehmigung

Russland hat die Aufenthaltsgenehmigung des früheren US-Geheimdienstmitarbeiters Edward Snowden um zwei Jahre verlängert.

Edward Snowden darf weitere 2 Jahre in Russland bleiben.
Edward Snowden darf weitere 2 Jahre in Russland bleiben. - Foto: © shutterstock

Das teilte die Sprecherin des Außenministeriums in Moskau, Maria Sacharowa, am Mittwoch auf ihrer Facebook-Seite mit. Snowdens Anwalt Anatoli Kutscherena war für eine Bestätigung zunächst nicht zu erreichen.

Snowden war im Sommer 2013 nach der Enthüllung geheimer Überwachung der Internet- und Telefonkommunikation durch US-Geheimdienste nach Russland ins Exil gegangen. 2014 erhielt er dann eine dreijährige Aufenthaltsgenehmigung, die in diesem Jahr erloschen wäre.

Am Dienstag hatte der scheidende US-Präsident Barack Obama der Wikileaks-Informantin Chelsea Manning in einer seiner letzten Amtshandlungen einen deutlichen Strafnachlass gewährt. 

Snowden im Gegensatz zu Manning nicht begnadigt

Manning ist der bekannteste Name auf einer Liste von 64 Begnadigungen und 209 Straferlässen, die Obama zum Ende seiner am Freitag ablaufenden Amtszeit gewährte. Snowden, über dessen Begnadigung ebenfalls spekuliert worden war, steht nicht darauf.

Im Gegensatz zu der von einem Militärgericht verurteilten und geständigen Manning sei Snowden „in die Arme eines Gegners geflohen“ und habe „Zuflucht in einem Land gefunden, das erst vor kurzem gezielt versucht hat, unsere Demokratie zu schwächen“, sagte Obamas Sprecher Josh Earnest im Hinblick auf mutmaßlich russische Hackerattacken im US-Wahlkampf.

Snowdens Taten seien „viel schwerwiegender und gefährlicher“.
Snowden hatte Manning zu dem Straferlass gratuliert und im Kurzbotschaftendienst Twitter geschrieben: „In fünf Monaten wirst du frei sein. Danke für alles, was du für alle getan hast.“

apa/afp

stol