Heute, am 14. März, ist der Tag der Kreiszahl Pi, weil das Datum in US-amerikanischer Schreibweise mit 3/14 angegeben wird. Für Pi-Memorierer ist dieser Tag selbstverständlich fast ein Feiertag. <BR /><BR /><BR /><BR /> 62,8 Billionen! So viele Stellen hat die Kreiszahl Pi nach dem Komma. Ein Team der Fachhochschule Graubünden hat diese neue Berechnung (Rekord!) im Vorjahr bekannt gegeben. Aber es werden bestimmt noch viele dazukommen, irgendwann in der Zukunft. Denn: Die Kreiszahl hat unendlich viele Nachkommastellen und wird doch nie größer als 3,14 – und die Mathematik-Fans arbeiten daran. <BR /><BR />Neben der klassischen Jagd nach möglichst vielen Nachkommastellen von Pi am Computer gibt es einen weitaus spektakuläreren Wettbewerb rund um Pi: das Auswendiglernen der Pi-Ziffernfolge. Es gibt eine kleine Gruppe von Pi-Freaks, pardon, Gedächtnissportlern, die sich Tausende bis Zehntausende von Nachkommastellen der Kreiszahl im Kopf merken können und sie dann später aus dem Gedächtnis wieder aufsagen. <h3> Ein Inder hält den Rekord</h3>Den Weltrekord im Pi-Memorieren, so heißt das Hobby, hält der Inder Suresh Kumar Sharma (27) mit 70.030 aufgesagten Nachkommastellen in 17 Stunden. Aufgestellt wurde der Rekord am 21. Oktober 2015. Der europäische Rekord des Schweden Jonas von Essen (32) liegt bei 24.063 Kommastellen (aufgesagt in 10 Stunden und 43 Minuten), der italienische Rekord des Carabinieri-Beamten Luca Vadacca (42) aus Carmiano (Provinz Lecce) bei 22.801 (7 Stunden) und der deutsche Rekord von Frank Mertens bei 15.320 Kommastellen (3 Stunden und 16 Minuten). <BR /><BR />Letzterer wird nun von seiner Vorgängerin herausgefordert. Susanne Hippauf (40) aus Offenbach, die 2018 den deutschen Pi-Rekord aufstellte, als sie 11.104 Stellen der Zahl fehlerfrei nennen konnte, will sich den deutschen Titel von Mertens zurückerobern. Sie peilt nun eine Marke jenseits von 15.600 Nachkommastellen an, wie sie der Deutschen Presse-Agentur (dpa) anlässlich des Pi-Tags am 14. März sagte.<BR /><BR />„Ich konnte mir schon immer gut Zahlen merken“, schilderte Hippauf, die als Oberkommissarin beim Polizeipräsidium in Frankfurt arbeitet, vor wenigen Jahren der „Frankfurter Neuen Presse“ (FNP). Die Idee zu dem ungewöhnlichen Hobby entstand bei einem internen Bewerbungsverfahren: „Da war auch ein Gedächtnistest dabei, und ich wollte mich vorbereiten.“ Die Polizistin realisierte rasch, dass sie in Sachen Gedächtnis ein besonderes Talent hat, und es packte sie der Ehrgeiz: „Ich wollte testen, was ein Gehirn leisten kann.“<h3> Ihr Geheimnis</h3>Bei ihrer ersten Meisterschaft 2016 errang sie prompt den süddeutschen Vizetitel. 2018 stellte Hippauf bei einer Meisterschaft in Emden den deutschen Pi-Rekord auf. Über 5 Stunden lang schrieb sie genau 11.104 Nachkommastellen der mit 3,14 beginnenden Zahl auf. Dieser Rekord wurde nun vor wenigen Monaten geknackt, und Susanne fühlt sich aufgefordert nachzulegen.<BR /><BR />In der FNP hat „Superhirn“ Susanne ihre Methode verraten: Um sich die langen Kommastellen zu merken, hat sie die Zahlen von 0-99 auf 100 Menschen verteilt. Darunter sind etwa Prominente, die in einem bestimmten Jahr geboren sind. Die Personen postiert sie an einer Strecke, die sie sich ausdenkt. So prägt sie sich eine Reise von Ort zu Ort und von Mensch zu Mensch ein. <h3> Gedächtnis trainieren macht Spaß</h3>Beim Pi-Memorieren geht sie dann im Geist den Weg ab. Auch Ex-Bundeskanzlerin Angela Merkel (67) und Ex-US-Präsident Donald Trump (75) halfen ihr so beim Lernen, ebenso wie Freunde und Bekannte. Auch Fußballspieler und ihre Oma sind dabei. Ein Abschnitt der fantasievollen Gedankenreise lautet beispielsweise: „Angela Merkel sonnt sich am Strand vor Kapstadt, während meine Oma ins Wasser rennt und Bastian Schweinsteiger einen Kopfsprung macht.“<BR /><BR />Susanne Hippauf plant, den neuen Pi-Rekord in Eigenregie aufzustellen. Dies gehe unter bestimmten Bedingungen wie mit unabhängigen Zeugen und einer Videoaufzeichnung. Ein genauer Termin für den Versuch steht noch nicht fest. Gerade bereitet sich die Polizistin auf ein Turnier in Rom vor, das im April stattfindet. Dabei geht es um andere Disziplinen wie das Merken von Spielkarten. <BR /><BR />Ihr Gedächtnis zu trainieren, mache ihr großen Spaß, sagte sie der dpa: „Es ist faszinierend, wie man mit Training seine Leistung verbessern kann.“ Hippauf steht derzeit auf Platz 23 der Weltrangliste und ist weltweit die beste Frau im Pi-Memorieren.<BR />