Mittwoch, 15. September 2021

Simon Gietl und Roger Schäli meistern Piz Badile, nun folgt die Eiger Nordwand

Die Alpinisten Simon Gietl aus Südtirol und Roger Schäli aus der Schweiz befinden sich mitten drin in ihrem Projekt „North 6“, bei der sie 6 Nordwände der Alpen durchsteigen wollen. Die rund 1000 Kilometer, die zwischen den auserwählten Nordwänden insgesamt liegen, verbringt das Team im Rennradsattel, nach der Besteigung kommen sie je nach Gegebenheit mit dem Gleitschirm, Skiern oder eben Abseilen wieder ins Tal. Am Mittwoch schafften sie den 3308 hohen Piz Badile. Nun folgt die Eiger Nordwand (3.967 Meter).

Bei leichter Bewölkung und nach nur drei Stunden Kletterzeit stehen Roger Schäli und Simon Gietl (rechts) am Gipfel des Piz Badile.
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Bei leichter Bewölkung und nach nur drei Stunden Kletterzeit stehen Roger Schäli und Simon Gietl (rechts) am Gipfel des Piz Badile. - Foto: © Roger Schäli
Wie berichtet, konnten sie die Große Zinne im Pustertal – laut Projektplan die erste Nordwand – bereits erfolgreich abhaken.

Mit ihren Rennrädern erreichten sie anschließend den Piz Badile in der Schweiz.




Am frühen Mittwochmorgen ging es dann von der Schutzhütte Capanna Sasc Furä (1904 m) zum Einstieg des Nordwand-Klassikers „Cassin“. Die eingespielte Seilschaft Schäli und Gietl erledigte letzte Vorbereitungen im ersten Morgenlicht.



Wenig später stiegen sie in die Route ein. Schäli führte das Team am Piz Badile an.



Nach nur 3 Stunden Kletterzeit erreichen die Beiden den Gipfel, wo sie kurz den Moment genossen und sich dann rasch an den Abstieg über den Badile-Nordgrat machten.

Als sie am Ende des Badile-Nordgrats ankamen, entschieden sich die beiden Alpinisten dafür, den weiteren Abstieg mit den Paragleitern zu meistern.




„Ich kann es nicht wirklich glauben. Die zweite Nordwand lief auch reibungslos. Nun konnten wir ab Ende des Nordgrat auch noch fliegen. Das war fantastisch,“ so Simon Gietl nach der Landung im Tal. Sichtlich glücklich, dass das lang ersehnte Projekt NORTH6 nun real ist.

Ein solches Projekt wie North6 ist nur mit souveräner Planung, strukturierter Organisation und Engagement des gesamten Teams zu realisieren. „Ich möchte mich riesig für den Support und die gute Stimmung bedanken“, so Roger Schäli kurz vor der intensiven Rennrad-Etappe, die über den Splügenpass (2.114 m) verläuft. Die Große Zinne und den Piz Badile im Rücken, geht es nun weiter in Richtung Eiger, der dritten Nordwand laut Projektplan. Dann folgen das Matterhorn, in Frankreich warten schließlich der Grand Jorasses und der Petit Dru.

In Summe stehen bei Projekt North 6 30.770 Höhenmeter im Aufstieg und 29.470 Höhenmeter im Abstieg an.

stol/vs